Französische Gastronomie: Erfolgreicher Flirt zwischen Tradition und Revolution

Tradition und Revolution sind kein Widerspruch – jedenfalls nicht in der französischen Küche. Neue Trends lassen die traditionsreiche Kochkunst originell erleben. Entdecken Sie die gegenwärtige und genussvolle Vielfalt Frankreichs!

»Es gibt keine gute Küche, wenn diese nicht aus Liebe zu demjenigen oder derjenigen gemacht wird, für den oder die sie bestimmt ist.«

Das Zitat des legendären im Jänner verstorbenen Spitzenkoches Paul Bocuse, der weltweit als Ikone der Kochkunst fungierte, bringt die Leidenschaft und die Großzügigkeit, die die französische Esskultur prägen, treffend auf den Punkt. Und diese Esskultur gilt als einzigartig. Nichts Geringeres als das gastronomische Mahl der Franzosen wurde 2010 zum ersten Mal als erste kulinarische Leistung in die Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen. Zentrale Aspekte für diese Anerkennung bilden unter anderem die Ästhetik der Tafel, die Geselligkeit, das Zusammenspiel von Speisen und Weinen, der Kauf hochwertiger Produkte, die geschmacklich perfekt harmonieren, und die gekonnte Auswahl der Speisen, welche die Vielfalt der Regionen widerspiegeln.

Von dem bernsteinfarbenen korsischen Honig aus den Macchia-Feldern über den Münster-Käse mit dem Schutzsiegel AOC (Appellation d’Origine Controllée) aus dem Elsass, das delikate burgundische Charolais-Rindfleisch bis hin zu Daube provençale mit Wein und Kräutern aus dem sonnigen Süden: Das facettenreiche gastronomische Kulturgut Frankreichs, das jedes Jahr am 21. März weltweit und auch in Österreich in ausgewählten Restaurants mit dem Event »Goût de / Good France« gefeiert wird, lässt die Herzen aller Feinschmecker höher schlagen!

Das französische Schlaraffenland setzt jedoch nicht nur auf Tradition, sondern schafft auch neue Trends. Nach der Molekularküche steht Locavorismus, auch als Slow Food bekannt, hoch im Kurs und entspricht dem aktuellen Bewusstsein der Franzosen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Regionale, saisonale und biologische Produkte sind heiß begehrt, sogar in der Region Paris-Île de France, wo immer mehr Restaurants das Gütesiegel »Des produits d’ici, cuisinés ici« aufweisen und Bio-Hedonisten mit qualitativen genussvollen Speisen verführen.

Der neue Star auf den Tellern ist zweifellos das Gemüse: Linsen, Quinoa oder rote und weiße Rüben erfinden sich neu, zum Beispiel in Form von leckerem Hummus oder Schmortöpfen mit Couscous. Auch in der gehobenen Gastronomie werden traditionelle Rezepte neu interpretiert: Trüffel-, Pilze- oder Champagne-Fondue wie im Restaurant des Hotels Altapura in Val Thorens in der Region Auvergne-Rhône Alpes oder Soufflés mit Krabbenfleisch, getrüffeltem Parmesan oder erlesener gesalzener Butter statt klassischem Käse im Pariser Lokal Récamier sorgen für Applaus unter den Gourmets.

Auch Nachspeisen entgehen dem Slow-Trend nicht: Spitzenkoch und Wunderkind der Konditoreikunst Philippe Conticini, wahrhafte Inspirationsquelle für alle Liebhaber der Pâtisserie, entwirft eigene süße Kreationen... ganz ohne Zucker! Von seinem Paris-Brest oder seiner Himbeer-Blätterteigroulade schwärmen viele noch lange nach dem Genuss.

Und wer durch die Straßen der Hauptstadt der Liebe oder der rosaroten Stadt Toulouse schlendert und vor einer Ausstellung auf die Schnelle noch etwas essen will, jedoch ohne Verzicht auf Qualität und Genuss, sieht seinen Wunsch bei den Food Trucks erfüllt: Die Ausstellung wird mit dem Burger mit wilden Pilzen und karamellisierten Zwiebeln von Camion qui fume oder dem Combo-Hähnchen mit Mango von Faim de Lou schnell in Vergessenheit geraten...

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