Lucien Clergue. Die ersten Bildbände im Grand Palais in Paris

Vom 13 November 2015 bis zum 16 Februar 2016
Lucien Clergue. Die ersten Bildbände im Grand Palais in Paris 3, avenue du Général Eisenhower 75008 Paris fr

Wieso entschied sich Pablo Picasso dazu, diesen jungen Mann zu fördern, der noch nicht einmal zwanzig Jahre alt war, als sich dieser während eines Stierkampfes in Arles bei ihm vorstellte und ihm seine Fotografien präsentierte?

Die Antwort liegt in den ersten Bildbänden von Lucien Clergue, die bis zu seinem kürzlichen Tod am 15. November 2014, im Alter von 80 Jahren, noch unter Verschluss gehalten wurden.

Diese setzen sich aus einem Katalog an Werbeproben zusammen, die ursprünglich dafür vorgesehen waren, als Werbeträger für Stoffe zu dienen, sowie aus kleinen Farbbildern und weißen Seiten, auf die der Künstler seine schwarz-weiß Fotografien klebte. Die Bildbände können als eine Mischung aus ernsten Werken sowie aus Inszenierungen von Personen, Stillleben, Reportagen, Trümmern und Nacktheit gesehen werden.

Der Vorreiter Lucien Clergue

Schon früh bemerkte Lucien Clergue, dass die Fotografie einen maßgeblichen Platz in der Kunst einnehmen würde - und so entwickelte er sich zu einem der ersten europäischen Fotografen, die es schafften, von den Einnahmen ihrer Werke zu leben. Trotzdem hatte er sein ganzes Leben zu kämpfen, auch wenn die Fotografie sich zunehmend eines höheren Stellenwertes erfreute.

So kam es auch schon früh dazu, dass sich Clergue selbst, im Gegensatz zu seinen Kollegen, den Foto-Reportern, als "Fotokünstler" beschrieb. Seine Neugierde, sein Einfallsreichtum und seine Liebe zum Bild haben die Kunst der Fotografie förmlich revolutioniert.

Auszeichnungen & Wirken

Im Jahr 1968 gründete Clergue zusammen mit dem Schriftsteller Michel Tournier das Internationale Festival der Fotografie der Begegnungen von Arles, das jedes Jahr im Juli stattfindet.

2006 wurde Lucien Clergue außerdem als erster Fotograf zum Mitglied der Académie des Beaux-Arts und im Jahr 2013 sogar zum Präsident der Akademie gewählt.

Sein Werk

Seine Fotografien entstanden in seiner gewohnten Umbegung. Er arbeitete lediglich mit Tageslicht, dem Wasser, dem Sand, dem Meer, dem Leben, dem Tod, dem weiblichen Körper, der biologischen Entwicklung der Erde oder mit dem Stierkampf, wo er auch Picasso kennenlernte.

Düstere Thematiken vom Krieg inspiriert

Seit seiner Kindheit war Clerque von den Konsequenzen des Krieges betroffen. Das von Bombardierungen zerstörte Arles wurde somit auch der
Schauplatz seiner ersten Kompositionen - Ruines der Saltimbanques (Gaukler). Er fotografierte verkleidete Kinder, die in den Trümmern des Krieges Akrobatik aufführten und tanzten.

Seine anschließenden Serien Charognes (Aas) und Cimetière (Friedhof) behandelten noch weit düstere Thematiken, die sich mit dem Tod und der Gewalt beschäftigten.

Doktor der Fotografie

Als Antwort auf die Brutalität der Ereignisse kann das Werk von Lucien Clergue auch als Spiegel der Weiblichkeit und der Sinnlichkeit gesehen werden. Unter seinen renommierten Werken befinden sich unter anderem die berühmten Serien Nus de la mer und Nus zébrés.

Vor allem die Regionen Camargue und Alpilles entwickelten sich zu immer wiederkehrenden Schauplätzen seiner Arbeiten, an denen vor allem die Fotografien für seine Doktoratsarbeit für den Doktortitel in der Fotografie entstanden.

Die Ausstellung trägt um die 380 Fotografien zusammen, wovon 200 Arbeiten aus den 60er und 70er Jahren stammen. Diese werden auf einem 70 Meter langen Zeitstrahl präsentiert.

Praktische Informationen

Öffnungszeiten

  • Mo. - So.: 10h00 bis 20h00
  • mittwochs bis 22h00 geöffnet
  • dienstags und am 25. Dezembergeschlossen
  • am 24. und 31. Dezember nur bis 18h00 geöffnet

Tickets

  • Normal: 10€
  • Ermäßigt: 7€
  • Tarif tribu (4 Personen, davon 2 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren): 27€

Anfahrt

U-BAHN, S-BAHN, BUS

  • U-Bahn: Linien 1, 9, 13 / Station: Franklin-D.-Roosevelt, Champs-Elysées-Clemenceau
  • S-Bahn: Linie C / Station: Invalides
  • Bus: Linien 28, 42, 52, 63, 72, 73, 80, 83, 93

VELIB'

  • Station Nr. 8029, 1, Avenue Franklin-D.-Roosevelt
  • Station Nr. 8001, Avenue Dutuit

PARKPLÄTZE

  • Rond-point des Champs-Elysées, Place de la Concorde, Parc François-1er, Alma Georges-V, Champs-Elysées Lincoln, Matignon

MIT DEM SCHIFF (BATOBUS)

  • Anlegestation Champs-Elysées

Kontakt

Grand Palais, Galeries Nationales
3, avenue du Général Eisenhower
75008 Paris
Tel. 0033 (0) 1 44 13 17 17

Preise

  • Normal: 10€
  • Ermäßigt: 7€

Plein tarif : 10 €
Tarif réduit : 7 €

Plein tarif : 10 €
Tarif réduit : 7 €

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