Die französische Küste des Ärmelkanals

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Die französische Küste des Ärmelkanals Dieppe fr

Die Landschaften entlang der französischen Ärmelkanal-Küste könnten nicht kontrastreicher sein. Hier wechseln sich grüne Weiden mit steilen Klippen und endlosen Stränden ab. Badeorte und Fischerhäfen scheinen bei Ebbe vor sich hinzudösen und erst beim Einsetzen der Flut zu vollem Leben zu erwachen. Draußen am Meer ziehen auf der meistbefahrenen Wasserstraße der Welt die Schiffe dahin. Manche davon machen einen Zwischenstopp in einem der Handelshäfen.

Dieser Küstenstreif ist geschichtsträchtig wie kaum ein anderer. Nach den Wikingern landeten hier Engländer, Holländer und Spanier. Auch die Deutschen gelangten hierher, allerdings über den Landweg, ehe die alliierten Landungstruppen wieder von See kamen. Für die Gegenwart der Region aber fast noch wichtiger: Die Engländer exportierten Anfang des 19. Jahrhunderts hierher den Trend, im Meer zu baden. Davon profitieren die vier Regionen, Nord-Pas de Calais, Picardie, Normandie und Bretagne, bis heute!

Nord-Pas de Calais und Picardie

Die Küste beginnt in Dunkerque (Dünkirchen) mit zunächst noch eher herbem Industriecharme. Doch schon bei Calais verwandelt sich die Landschaft in eine Postkarten-Ansicht. In der Ferne grüßen die Kreidefelsen von Dover über den Ärmelkanal. Dünen und Klippen der Côte d'Opale (Opalküste) säumen eine Landschaft aus Weiden und Mohnfeldern. Badeorte wie Hardelot, Berk-Plage oder Le Touquet lassen unweigerlich Assoziationen wie Sandburgen und Sommerfrische aufkommen.

Normandie

Weiter südlich zeigt die Natur bei den traumhaft schönen Klippen von Etretat an der Alabasterküste (Côte d'Albatre), zu welchen Meisterleistungen sie fähig ist. In Le Havre tragen menschliche Baumeister ihr Quäntchen bei. Berühmte Schriftsteller und Maler trugen zum Image von Deauville, Trouville, Honfleur und Cabourg als Top-Ferienziele bei. Mit ihrem Fachwerkcharme haben sie bisher noch jeden Besucher verzaubert. Ein ganz anderes, martialisches, Flair umgibt die Landungsstrände der alliierten Truppen an der Nordküste des Calvados und an der Westküste des Cotentin. Das wilde Cap de la Hague bietet mächtige Klippen und Bilderbuchdörfer. Barneville-Carteret und Granville, das „Monte-Carlo des Nordens“, gelten als die chiceren Badeorte der Gegend. Als Höhepunkt der Reise entlang der normannischen Küste wartet dann der Mont Saint-Michel. In seiner Umgebung erreicht der Unterschied zwischen Ebbe und Flut mit bis zu 14 Metern den europäischen Rekordwert.

Bretagne

Die zerklüfteten Küsten der Bretagne stellen für sich allein schon etwa ein Drittel der gesamten französischen Küstenlänge dar. Die ehemaligen Korsaren und Freibeuter von Saint-Malo führen inzwischen Restaurants oder Kunstgalerien. Dinard an der Smaragdküste (Côte d'Emeraude) könnte ohne große Umbauten als Kulisse für einen Film aus der „Belle Epoque“ dienen. Bei Perros-Guirec an der Côte de Granit Rose (rosa Granitküste) sieht man die Welt "durch die rosarote Brille". Rund um Quimper können Sie sich auf die Spuren des legendären König Arthur begeben. Suchen Sie doch selbst den Gral im Wald von Brocéliande! Urige bretonische Lebensart gepaart mit maritimem Ambiente wartet im Badeort Bénodet, Lorient begeistert Besucher mit seinem großen keltischen Festival, das mittelalterliche Vannes sowie Concarneau in seinen trutzigen Festungsmauern lassen längst vergangene Zeiten zu neuem Leben erwachen. Eine mystische Begegnung mit der Steinzeit verspricht ein Besuch der Menhire und Dolmen bei Carnac.

Französische Inseln im Ärmelkanal und vor der Bretagne

Die Bretagne besitzt mehr als 1000 Inseln, was rund 70% aller Inseln des französischen Mutterlandes ausmacht. Wind und Wellen haben die felsigen Inseln zu spektakulären Landschaften geformt.
Den Inseln im Ärmelkanal bescheren der Golfstrom und eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer ein wunderbar mildes Klima, wie etwa auf Bréhat, der „Insel der Blumen“ oder auf Batz, der „Gemüse-Insel“.

Die Inseln der Irischen See, mit dem Molène- und dem Ouessant-Archipel, klassifiziert die UNESCO als Biosphären-Reservate. Wer in dieser rauen Gegend einmal einen Sturm erlebt, wird das so schnell nicht vergessen!

Die Inseln im Atlantik umfassen den Archipel in der Lagune des Glénan (berühmte Segelschule!), das Naturparadies Ile de Groix, die „Anglerreviere“ Houat und Hoëdic sowie die größte aller bretonischen Inseln, Belle Ile en Mer - ein Stück wildester Natur.

Die normannischen Inseln beschränken sich heutzutage auf den zauberhaften Chausey-Archipel mit seinen bei Ebbe 365 Eilanden, sowie Tatihou und die Iles Saint-Marcouf östlich des Cotentin.

Geografisch gesehen gehören eigentlich auch die englischen Kanalinseln dazu, die sich in Sichtweite der Küste befinden. Diese wurden jedoch im Jahr 1204 an die britische Krone abgetreten. Mehrere Fährverbindungen machen sie zu reizvollen Ausflugszielen. 

Sehenswert