Der Nationalpark von La Réunion

  • Bergkette auf La Réunion

    Bergkette auf La Réunion

    © Atout France - Aquashot

  • Strand auf La Réunion

    Strand auf La Réunion

    © Atout France - Aquashot

  • Vulkan im Nationalpark La Réunion

    Vulkan im Nationalpark La Réunion

    © Atout France - Phovoir

  • Fischerboot auf La Réunion

    Fischerboot auf La Réunion

    © Atout France - Aquashot

Der Nationalpark von La Réunion Saint-Denis re

Rauchende Lavafelder und tosende Wasserfälle, bizarre Schluchten und wildromantische Talkessel, karge Wüsten und üppig grüne Vegetation – das ist der Nationalpark Réunion. Wer die Natur liebt, sollte unbedingt hierher kommen.

Östlich von Madagaskar im Indischen Ozean gelegen, hat die französische Überseeinsel La Réunion seit 2007 einen Nationalpark. Gegründet wurde er zum Schutz der endemischen Fauna und Flora – also jener Tier- und Pflanzenarten, die es nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Auf diesem Gebiet hat La Réunion einen Spitzenplatz inne, besitzt das Übersee-Département doch fünfmal mehr solcher endemischer Arten als etwa die Galapagos-Inseln.

Viele unerforschte Insektenarten

Über 230 endemische Pflanzenarten, darunter allein 120 Orchideensorten, gibt es hier. Obwohl der Mensch seit der Besiedlung der Insel im 17. Jahrhundert mehr als 2000 Pflanzenarten eingeführt hat, ist die Vegetation auf rund einem Drittel der Fläche von La Réunion heute noch ursprünglich.

La Réunion verfügt über sehr viele Insektenarten, von denen viele noch unerforscht sind, aber nur über eine einzige einheimische Säugetierart: die Fledermaus. Ansonsten prägen vor allem die 18 einheimischen Vogelarten, die heute hier noch leben, die Tierwelt. Darunter befinden sich auch bedrohte Arten wie die Sturmschwalbe. Ein Problem auf La Réunion: Katzen und Ratten, die es ursprünglich hier nicht gab, jagen die Vögel.

Weltnaturerbe der UNESCO

Der Nationalpark spielt eine große Rolle im Leben von La Réunion: Allein seine 1054 Quadratkilometer große Kernzone deckt gut 40 Prozent der Inseloberfläche ab. Seit August 2010 gehört diese nur in zwei kleinen Gebieten bewohnte Kernzone zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Neben der außergewöhnlichen Pflanzen- und Tierwelt hat zweifellos die grandiose Landschaft den Ausschlag für diese Anerkennung gegeben. Vielerorts wird sie von Bergen geprägt, eine Vulkankette zieht sich quer über die gesamte Insel. Ihre höchsten Gipfel sind der Piton des Neiges (3070 Meter) etwas nordwestlich des Zentrums und der Piton de la Fournaise (2631 Meter) im Osten von La Réunion. Der Piton de la Fournaise gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt, im Oktober 2010 ist er zum letzten Mal ausgebrochen.

Anders der Piton des Neiges, der bereits vor rund 12.000 Jahren erlosch. Heute zieht er zahlreiche Besucher an. Denn die entleerten Magmenkammern an seinen Flanken sind eingebrochen und haben drei Calderen, kesselförmige Krater, gebildet. Mit ihren steilen Wänden machen diese „Cirques“ genannten Krater einen großen Teil des Reizes von La Réunion aus. Im südwestlichen Bereich des Vulkans befindet sich der Cirque de Cilaos, im nordöstlichen der Cirque de Salazie und im Nordwesten der Cirque de Mafate. Er ist allerdings nur zu Fuß oder mit dem Hubschrauber erreichbar.

Einstündiger Familienspaziergang bis anspruchsvolle Wandertour

Wandermöglichkeiten gibt es praktisch überall. Allerdings ist im Sommer, also von Dezember bis März, Regenzeit mit extrem hohen Niederschlagsmengen angesagt. Normalerweise muss man mit dem Auto zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren. Für den Osten der Insel hat die
Nationalpark-Verwaltung aber sechs Touren zusammengestellt, die problemlos mit einem Linienbus zu erreichen sind. Der Schwierigkeitsgrad reicht vom einstündigen Familienspaziergang bis zur zweitägigen, sehr anspruchsvollen Tour (weitere Infos dazu inklusive Karte und Busfahrplan auf der Website des Nationalparks, siehe unten).

Ein Nationalpark-Haus (maison du parc) existiert zum derzeitigen Stand (Februar 2013) noch nicht. Es ist aber in Bau und wird auf halbem Weg zwischen den beiden Vulkanen Piton des Neiges und Piton de la Fournaise seine Pforten für die Besucher öffnen.