Der Nationalpark Pyrenäen

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Der Nationalpark Pyrenäen Tarbes fr

Die Pyrenäen bilden nicht nur die Grenze zwischen Frankreich und Spanien, sondern auch eine direkte Verbindungslinie zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Im Nationalpark Pyrenäen ist der klimatische Einfluss beider Meere spürbar – und bringt eine außergewöhnliche Pflanzen- und Tierwelt hervor.

100 km lang, aber nur maximal zehn Kilometer breit, erstreckt sich der Nationalpark Pyrenäen zwischen den Flüssen Gave d’Aspe im Westen und Neste d’Aure im Osten entlang der Grenze zu Spanien. Er ist einer der höchstgelegenen Nationalparks Frankreichs: Jeder seiner insgesamt über 2500 km² befindet sich mindestens 1000 m über dem Meeresspiegel, seine höchste Erhebung ist der 3298 m hohe Pic du Vignemale.

Faszinierende Tierwelt

Die Pyrenäen bilden eine Klimagrenze, an der sich die feuchte Luft aus Frankreich mit der trockenen Luft aus Spanien vermischt. Dieses einmalige Mikroklima brachte eine spezielle Pflanzenwelt mit vielen nur hier wachsenden Arten hervor, wie der Pyrenäen-Lilie, dem Pyrenäen-Baldrian oder dem langblättrigen Pyrenäen-Steinbrech. Auch die Fauna ist außergewöhnlich: Hier leben die letzten wilden Braunbären in Frankreich. Allerdings handelt es sich auch hier um ausgewilderte Tiere. Große Raubvögel wie zum Beispiel Steinadler oder Lämmer- und Gänsegeier sind hier genauso zu Hause wie Gämsen, Fischotter und etliche Murmeltiere.

Die 457 km² große Kernzone des Nationalparks steht unter besonderem Naturschutz. So sind hier Blumenpflücken und Jagen verboten und Hunde sind ebenso nicht erlaubt. Obgleich außerhalb der Kernzone gelegen, gilt dies auch für die beiden Naturreservate (Réserve naturelle nationale du Néouvielle und Réserve naturelle nationale des vautours fauves d’Ossau) in den östlichen Pyrenäen.

Rustikale Übernachtungsmöglichkeiten

Da die Kernzone des Nationalparks unbewohnt ist, stehen Besuchern hier auch keine Hotels, Pensionen oder Restaurants zur Verfügung. Wer dennoch länger als einen Tag in der Kernzone unterwegs ist und eine Nacht dort verbringen will, kann im Sommer nach vorheriger Reservierung in einer
der Berghütten übernachten. Diese Berghütten bieten Matratzenlager und sind zum Teil bewirtschaftet, aber mit dem Auto ausnahmslos nicht erreichbar. Camping ist in der Kernzone verboten, Biwak dagegen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Die 2064 km² große Gürtelzone, in der rund 40.000 Menschen leben, ist touristisch voll erschlossen und verfügt über ausreichend Unterkünfte und Gaststätten. Hier befinden sich auch die Tourismusbüros und Nationalparkhäuser. Zusammen mit dem Hauptsitz des Nationalparks in Tarbes gibt es neun solcher „Maisons du parc national“. Unter anderem bieten sie Ausstellungen, Vorträge und weitere kostenlose Veranstaltungen an.

Sechs Täler - Natur pur

Vor allem diese sechs in der Gürtelzone gelegenen Täler sind einen Besuch wert:

  • Vallée d‘Aspe: Am westlichen Rand des Nationalparks gelegen, gehört das Vallée d’Aspe zu den ursprünglichsten und romantischsten Pyrenäentälern. Und zu den geschichtsträchtigsten – unter anderem, weil hier der Jakobsweg nach Santiago de Compostela hindurchführt.
  • Vallée d’Ossau: Hier weiden sehr viele Viehherden, denn das Vallée d’Ossau ist bekannt für seinen leckeren Käse. Zu den besonderen Attraktionen zählen das Plateau du Bénou mit seinen Monolithen, Steinkreisen und anderen Zeugnissen aus der Frühgeschichte sowie die Falaise aux vautours (Klippe) in dem kleinen Ort Aste-Béon, wo man seltene Geierarten beobachten kann.
  • Val d’Azun: Wird auch das „Tal des Lichts und des Wassers“ genannt. Besonders sehenswert: der Raubvogel-Lehrpfad am Fuß des Pic du Gabizos und der Ort Arcizans-Dessus, wo 22 sehr schön restaurierte Mühlen einen kleinen Bach säumen.
  • Vallée de Cauterets: Hier befindet sich der höchste Berg der französischen Pyrenäen, der Vignemale (3298 m).
  • Val de Luz/Gavarnie: Mit Sicherheit einen Abstecher wert: die drei Kalkstein-Gebirgskessel „Cirque de Gavarnie“, „Cirque d’Estaubé“ und „Cirque de Troumoux“. 1997 hat die UNESCO sie in ihr Weltnatur- und -kulturerbe aufgenommen.
  • Vallée d’Aure: Das am östlichsten gelegene Tal hat viele landschaftlich sehr unterschiedliche und reizvolle Abzweigungen.

Wandern im Nationalpark Pyrenäen

Wanderer kommen in den Pyrenäen voll auf ihre Kosten. Auf ihrer Website stellt die Nationalpark-Verwaltung für alle sechs genannten Täler interessante Touren vor und gibt entsprechende Kartenempfehlungen. Wer will, kann einen Wanderführer buchen. Von Juli bis August besteht außerdem die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung an einer vom Nationalpark organisierten, geführten Wanderung teilnehmen.

Sehenswert