Der Nationalpark Mercantour

  • Nationalpark von Mercantour

    Nationalpark von Mercantour

    © Atout France/Robert Palomba

Der Nationalpark Mercantour Nice fr

Der Nationalpark Mercantour ist immer für eine Überraschung gut. Schneebedeckte Gipfel und nur wenige Kilometer weiter das azurblaue Mittelmeer – strahlender Sonnenschein und kurz darauf ein tosendes Gewitter. Hier herrscht eine atemberaubende Natur mit einer artenreichen Flora und Fauna, die entlang endlos scheinender Wanderwege entdeckt werden kann.

Ganz im Südosten Frankreichs wartet mit dem Nationalpark Mercantour ein echtes landschaftliches Juwel auf Sie. Einsame Seen, sattgrüne Wiesen, dunkle Wälder und wilde Schluchten prägen das Bild dieses Nationalparks, der an das italienische Piemont grenzt. Nicht zu vergessen natürlich die majestätischen Berge, von denen der Mont Gélas mit 3143 Metern der höchste ist.

Mildes Klima trotz Wetterkapriolen

In den französischen Seealpen (Départements Alpes-Maritimes und Alpes-de-Haute-Provence) gelegen, erstreckt sich der Nationalpark auf einer Gesamtfläche von rund 215.000 Hektar. Etwa 68.500 Hektar davon zählen zur unbewohnten und besonders geschützten Kernzone. Die Nähe zum Mittelmeer macht sich im Klima bemerkbar: Die Winter sind hier durchschnittlich um fünf Grad wärmer als in den nördlichen Alpen. Allerdings kann das Wetter auch sehr schnell umschlagen. Unwetter mit sintflutartigem Regen sind hier keine Seltenheit.

Der Wolf – nach 70 Jahren zurück

Die Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Mercantour gilt als eine der artenreichsten Europas. Allein 197 Wirbeltierarten, darunter 53 bedrohte Arten, leben im Nationalpark. Besonders stolz ist man darauf, den Steinbock und den Lämmergeier erfolgreich wieder angesiedelt zu haben. Beide Tierarten waren schon aus dem Gebiet verschwunden - wie auch der Wolf, der nach 70 Jahren zurückgekehrt ist. In freier Wildbahn bekommt man die scheuen Tiere allerdings nur mit einer ordentlichen Portion Glück zu Gesicht. Wenn Sie sich für Wölfe und ihre Geschichte im Mercantour interessieren, fahren Sie deshalb am besten in den Scénopark Alpha in St. Martin Vésubie.

Geschaffen für sanften Tourismus

Auch die Pflanzenvielfalt im Nationalpark Mercantour ist beachtlich. Mit der unterschiedlichen Vegetation hat man den Eindruck, sich auf einer Reise vom Mittelmeer zur Arktis zu befinden. Seltene Orchideenarten, Enzian, Edelweiß oder  Steinbrech wachsen neben über anderen 2000 Pflanzenarten im Mercantour – darunter auch ca. 40 Arten, die nur hier existieren.

Mit rund 1700 km Wanderwegen eignet sich die Gegend einfach perfekt für sanften Tourismus. Wer nicht auf eigene Faust loswandern möchte, kann auch mit einem Wanderführer auf Tour gehen. Eine weitere Möglichkeit sind die geführten Touren, die der Nationalpark von Juni bis September an den Wochenenden anbieten. Auch Kanufahren, Rafting, sowie Skilanglauf und Schneeschuhwanderungen im Winter sind im Angebot. Verschiedenste Unterkünfte von der rustikalen Berghütte bis zum 4* Hotel warten auf ihre Gäste.

Ein Tal wie kein zweites

Ein absolutes touristisches Highlight: die sechs Täler des Mercantour, von denen jedes auf seine eigene Weise zu einem ganz einmaligen Erlebnis wird.

  • Vallée de l’Ubaye:
    nördlichstes Tal - windgeschützt, trocken und sonnenverwöhnt
  • Vallée du Haut-Verdon:
    sehr abwechslungsreiche Landschaft mit Bergen, Seen, Wäldern und Wiesen
  • Vallée du Haut-Var et du Cians:
    wird wegen der roten Felsen der Schluchten von Cians und Dalius auch das „Colorado Nizzas“ genannt
  • Vallée de la Tinée:
    Südteil sehr mediterran, Nordteil dagegen alpin geprägt. Im Winter Skibetrieb.
  • Vallée de la Vésubie:
    von den höchsten Bergen des Mercantour umringt – darunter die Cime du Gélas (3142 Meter)
  • Vallée de la Roya-Bévéra:
    an der Grenze zu Italien gelegen. Besondere Attraktion: das Vallée des Merveilles und das Vallée Fontanalbe in der Nähe des Mont Bégo mit ihren über 35.000 Felsritzungen aus der Bronzezeit

In jedem dieser Täler gibt es ein Nationalpark-Haus (maison du parc) als Anlaufstelle. Die maisons du parc haben in der Sommersaison immer, in den anderen Jahreszeiten jeweils in den Schulferien geöffnet. Außerdem stehen den Besuchern 19 Informationsbüros zur Verfügung.