Wege der Erinnerung

  • Arc de Triomphe in Paris

    Arc de Triomphe in Paris

    © Atout France - Jean François Tripelon-Jarry

  • Memorial von Caen

    Memorial von Caen

    © Atout France - CDT Calvados

  • Lothringer Kreuz

    Lothringer Kreuz

    © Atout France - R-Cast

Wege der Erinnerung

Die Schlachten der Vergangenheit, vor allem die Gefechte der beiden Weltkriege, haben in Frankreich ein unvergleichbares militärgeschichtliches Erbe hinterlassen. Soldatenfriedhöfe, Gedenkstätten oder Museen sind jenen gewidmet sind, die einst während der Schlachten und Kriege ihr Leben verloren. All diese Stätten haben jedoch auch zum Ziel, jene Ereignisse zu skizzieren, welche die nationale und internationale Geschichte für immer geprägt haben.

Gedenkstätten in Paris und Umgebung

Unzählige Touristen besuchen Jahr für Jahr den berühmten Arc de Triomphe am oberen Ende der Champs-Elysées - dabei sind sich gewiss nicht alle der Tatsache bewusst, dass es sich bei dem imposanten Monument um eine Gedenkstätte handelt, die Napoleon I. zu Ehren der Grande Armée errichten ließ. Am Boden unterhalb des Bogens befindet sich das sogenannte Grab des unbekannten Soldaten, wo jeden Abend um 18.30 Uhr erneut die Flamme im Gedenken an alle im Kampf Gefallenen entzündet wird. Ein neues Ausstellungskonzept erläutert seit 2008 die Geschichte des Monuments und seine hohe symbolische Bedeutung. Von der Aussichtsterrasse hat man sowohl bei Tag, als auch nach Einbruch der Dunkelheit einen herrlichen Ausblick auf die Champs-Elysées.

Das Musée de l’Armée befindet sich im Hôtel National des Invalides, einem prachtvollen Gebäude, das König Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert errichten ließ. Auch hier wurde 2010 das Ausstellungskonzept überarbeitet und das Museum erhielt eine neue Gestaltung. Der nun chronologisch aufgebaute Rundgang besteht aus drei verschiedene historische Epochen: die königliche Armee von Louis XIV., die kaiserliche Armee von Napoleon I. und die republikanische Armee unter Charles de Gaulle.

Eine weitere bedeutende Gedenkstätte rund um die herausragenden Persönlichkeiten Frankreichs stellt das Panthéon am linken Seine-Ufer dar. Die sterblichen Überreste von Victor Hugo, Voltaire, Rousseau, Zola Pierre und Marie Curie ruhen hier. Vom Säulengang der Kuppel aus bietet sich zwischen April und Oktober ein wunderbares 360°-Panorama über Paris.

Gedenkstätten in den übrigen Regionen Frankreichs

Begeben Sie sich auf eine Zeitreise und erleben Sie in den Museen und Monumenten die Geschichte noch einmal: von der Abschaffung der Sklaverei über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Berliner Mauer... Sie haben die Wahl!

Die erste Etappe unserer Zeitreise führt uns nach Nantes, wo am Quai de la Fosse zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert die Schiffe der Sklavenhändler aus Afrika und der Karibik vor Anker lagen. Vor kurzem wurde hier das Denkmal zur Abschaffung der Sklaverei eingeweiht. Das Monument, vom Künstler Krzysztof Wodicko und dem Architekten Julian Bonder konzipiert, ist eine Hommage an den Kampf gegen Sklavenhandel und Sklaverei in aller Welt.

Das Mémorial de Caen in der Normandie gilt mittlerweile als eine der wichtigsten europäischen Gedenkstätten. Seit 2013 gibt es einen neuen thematischen Rundgang mit dem Titel „Weltkrieg, totaler Krieg“. Darüber hinaus wurden auch jene Säle neu gestaltet, die der Landung der Alliierten in der Normandie und der darauffolgenden Schlacht um die Normandie gewidmet sind. Eine weitere Neuheit stellen die mit Graffitis besprühten Reste der Berliner Mauer dar - sie sind integraler Bestandteil einer Ausstellung, bei der mit Objekten und Filmen das Leben vor und nach dem Fall der Mauer verdeutlicht wird.

Im Ostfrankreich wartet mit dem Musée de la Résistance et de la Déportation (Museum des Widerstandes und der Deportation) in der Zitadelle von Besançon ein Ort auf Besucher, an dem während der deutschen Besatzung hundert Widerstandskämpfer hingerichtet wurden. Ein Audioguide veranschaulicht die Probleme des Alltagslebens jener Zeit. Fragmente aus der Radiopropaganda lassen jene beängstigende Atmosphäre entstehen, die zur Zeit von Besatzung und Deportation herrschte. Es wird aber auch derer gedacht, die sich dem Joch des Nationalsozialismus widersetzten und im Untergrund in der Franche-Comté kämpften oder dort ihr Leben ließen.

Einen weiterer Höhepunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts finden Sie im Département Haute-Marne. Das Mémorial Charles de Gaulle zu Füßen des beeindruckenden Lothringer Kreuzes befindet sich nur 500 Meter von der Grabstätte des Generals und seinem einstigen Haus, La Boisserie, entfernt. Der Komplex mit seiner innovativen Architektur wurde im Jahr 2008 eröffnet. Eine interaktive Ausstellung lässt die bedeutendsten Momente des Lebens von Präsident Charles de Gaulle Revue passieren: der Aufruf des 18. Juni, die Befreiung Frankreichs, Mai 1968, die „Trente Glorieuses“ (Periode von 1945-1975), das Ende der Kolonialzeit…

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