Selbstbedienungs-Fahrräder in Frankreich

  • © ATOUT FRANCE/Michel Angot

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Selbstbedienungs-Fahrräder in Frankreich

Das "Selbstbedienungs-Fahrrad" ist in ein mittlerweile oft anzutreffendes Konzept im Bereich des umweltfreundlichen Städtetourismus.

Es bietet dem täglichen Leben eine ganz neue Qualität, ist gut für die Gesundheit und eine angenehme Alternative (vor allem bei schönem Wetter!) zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und zum katastrophalen Autoverkehr.

Vor allem aber ist es eine ganz neue Art, eine Stadt zu besichtigen. Daher verfügen alle großen Metropolen, die oft bereits mit einem gut ausgebauten Radwegenetz ausgestattet sind, über  Selbstbedienungs-Fahrräder.

Paris, es lebe das Vélib'

Seit dem Sommer 2007 hat dieser neue Service in der Hauptstadt einen rasanten Aufschwung erlebt und verzeichnet heute über 183.000 Langzeit-Abonnements, ganz zu schweigen von den zahlreichen "Spontan-Fahrten". Die Benutzung ist kinderleicht, mit dem Bezahlautomaten per Kreditkarte und vom Preis her sehr attraktiv (1 Tag 1,70 €, erste halbe Stunde gratis). Der Service Vélib' entwickelt sich ständig weiter und zählt mittlerweile 1.800 Stationen und über 20.000 verfügbare Fahrräder (alle 300 m eine Station)! Daher bietet dieser Service den Bürgern eine wahre Bewegungsfreiheit, und erwartet lediglich Rücksichtnahme und Vorsicht (Straßenverkehrsordnung und Fußgänger beachten, evtl. ein persönlicher Schutzhelm, Vorsicht im Straßenverkehr vor Autos, Motorrädern und Mofas...). Die Räder mit modernem Design sprechen vor allem junge Leute ab 14 Jahren an (Mindestgröße 1.50m) und sind somit auch für die ganze Familie geeignet.

La Rochelle, der Pionier der Branche

Der Hafen der Charente-Maritime, touristisches Atlantikstädtchen, ist Vorreiter der "grünen Städte" und hat vor 30 Jahren bereits seinen Bewohnern 300 gelbe
Fahrräder zur Verfügung gestellt.

Strasbourg, eine Berufung

Die Hauptstadt des Elsass verzeichnet einen französischen Rekord, denn die Fahrradfahrer machen etwa 10% des gesamten innerstädtischen Verkehrs aus und diese Rate ist viermal höher als der französische Durchschnitt. Regelmäßig fahren etwa 120.000 Fahrradfahrer, die vom größten - 500 km langen - Fahrradwegenetz profitieren. Daher ist es auch kein Wunder, dass der Service "Vélocation" bereits seit 15 Jahren besteht.

Lyon führt das Rennen an

Seit Mai 2005 bietet die Alpenmetropole 2.000 Zweiräder unter dem Namen "Vélo'v" zur Freude der Bewohner entlang der Ufer von Rhône und Saône und in den großen Parks und Gärten der Stadt an.

Bordeaux nimmt auch an diesem Spiel teil

Die Stadt der Weine präsentiert ein Fahrradverleih-System mit der Firma Vélo-cité: 4.000 Fahrräder werden gegen Kaution 4 Monate gratis zur Verfügung gestellt. Jeder muss auf sein Fahrrad selbst achten, kann aber frei damit durch die Gegend fahren, entlang des Flusses und den schönen Plätzen der Innenstadt. Dieser Service ist allerdings nur den Einwohnern vorbehalten und wird sehr gern von den Studenten in Anspruch genommen.

Grenoble bietet das "Métro-vélo" um zur Arbeit zu fahren

Die Marke "metrovelo" bezieht sich auf den Namen der Kommune, die auch Métro genannt wird und bietet den Verleih via 2 Agenturen (Bahnhof und Campus) für einen Tag  für 3 €. Im Herzen der Alpen haben die Radfahrer jedoch nichts zu befürchten, da das Relief der Stadt sehr flach ist.

... und Toulouse schließt sich dem Peloton an

Seit Sommer 2008 hat Toulouse einen Vertrag mit dem Anbieter der Vélib' aus Paris unter dem Namen "Cyclotransport". Es sind 253 Stationen errichtet worden, an denen 2.400 Fahrräder zur Verfügung stehen.

Weitere Orte mit Selbstbedienungs-Fahrrädern

Mulhouse

Besançon

Orléans

Nantes

Die Initiative "vélo-taxi"

Raffinierte Firmen haben wieder eine umweltfreundliche und originelle Variante des Taxis: ein Dreirad, ähnlich der Rikscha, auf die Tagesordnung gebracht, z.B. in Toulouse, Lyon, Grenoble etc. Gefahren von einem "Cyclonaute", kann das moderne Dreirad 2-3 Passagiere zu einem Tarif von 1 € pro Kilometer befördern.

in Toulouse

in Lyon

 

Das E-solex

...ein zweirädriges, elektrisches kleines mofaähnliches Gefährt

Europcar, Autoverleih, bringt ein sympathisches und originelles Fahrzeug auf die Straße, ganz in schwarz, das früher von 1950-1970 einmal ein Symbol Frankreichs war, wie die Vespa in Italien. Aber das neue "Vélo-solex" ist diesmal mit einem Elektromotor ausgestattet. Das E-solex ist demnach wie ein Scooter, fährt aber nicht schneller als 40 km/h. Für einen Ausflug in der Stadt, für nur 20 € den halben Tag, in Paris, Marseille oder Cannes.

Das längste städtische Fahrradwegenetz

Strasbourg bleibt unbestrittener Führer mit mehr als 300 km, dicht gefolgt von Amiens und Lyon (etwa 260 km). Paris, Toulouse oder Rennes folgen etwas abgeschlagen mit 150 km. Bordeaux, Nantes und Grenoble verfügen über 100 km Strecke.

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