Handwerk und Erzeugnisse aus den französischen Überseegebieten

  • Schwarze Perlen von Tahiti

    Schwarze Perlen von Tahiti

    © Tahiti Tourisme/G. Le Bacon

  • Zuckerrohrplantage im Süden von La Réunion

    Zuckerrohrplantage im Süden von La Réunion

    © IRT/E.VIRIN

  • Weltraummuseum in Guyana

    Weltraummuseum in Guyana

    © photo@ctguyane

  • Getrocknete Vanilleschoten von Tahaa

    Getrocknete Vanilleschoten von Tahaa

    © Tahiti Tourisme/ Tim-McKenna.com

  • Kaffeebaum auf Martinique

    Kaffeebaum auf Martinique

    © Comité Martiniquais du Tourisme – D. Giral

Handwerk und Erzeugnisse aus den französischen Überseegebieten 97110 Pointe-à-Pitre gp

Perlenzüchter in Polynesien, Zuckerrohrplantagen und -raffinerien auf La Réunion oder auf den Antillen... abseits der Strände gibt es in den französischen Überseegebieten so Einiges zu entdecken!

 

Die Kolonialisierung und die Entwicklung von Kulturtechniken, die das Klima nutzen, haben das Landschaftsbild der Inseln in der Karibik oder im Indischen Ozean dauerhaft hin zu großen Plantagen verändert, mit allen Konsequenzen - wie auch der Sklaverei und der Entstehung einer kreolischen Identität.

Kostbare Gewürze (wie die Vanille) oder Rohstoffe (wie Zuckerrohr) bestimmten den Export und somit den Lebensalltag in den Überseegebieten. Heute ist man dabei, auf nachhaltige Konzepte umzurüsten, die mit der Geschichte der Inseln eng verflochten sind. So assoziiert man z.B. mit den Perlen und dem Monoï-Öl aus dem Pazifik sofort das traumhafte Reiseziel Tahiti.

 

Guadeloupe: Zuckerrohr und Kaffee

Die Geschichte der Antillen in der Karibik ist stark mit der Nutzung des Zuckerrohrs und dem Sklavenhandel verwoben, der eine kulturelle Durchmischung der Bevölkerung nach sich zog, aus der schließlich die kreolische Kultur hervorging. Ein Besuch in dieser völlig eigenen Welt erlaubt Ihnen, einige Techniken und Besonderheiten kennenzulernen, wie etwa die Brandrodung. Hierbei wird zunächst das Feld in Brand gesetzt, um die hohen Zuckerrohrstämme von ihren Blättern zu befreien, da diese messerscharfen Blätter leicht zu Schnittwunden führen können.

Neben den Spezialitäten auf Basis von Zuckerrohr (weißer Rum, Rum mit Zusatz von Früchten oder Gewürzen...) ist Guadeloupe auch für seine Kaffeeplantagen bekannt. 

 

  • Rum auf Guadeloupe kennenlernen
    Besonders der flache nördliche Teil der Insel (Grande-Terre) wird zum Anbau von Zuckerrohr verwendet.
    - Besuchen Sie das Rum-Museum (Musée du Rhum) und die Etablissements Reimonenq in Sainte-Rose Bellevue, eine private Plantage, auf der nach wie vor Rum hergestellt wird.
  • Lust auf Kaffee?
    Auf den Hügeln der Gemeinde Vieux-Habitants an der Westküste von Basse-Terre existieren noch einige kleine Kaffeeplantagen, deren Geschichte zum Teil bis ins Jahr 1725 zurückreicht. Drei Plantagen zeigen Besuchern, wie der Kaffeeanbau hier vonstatten geht, zum Teil werden auch Gästezimmer angeboten.
    - Besuchen Sie eine Kaffeeplantage und ihr zugehöriges Museum: Café Chaulet
    - Besuchen Sie zwei Plantagen mit Ökomuseum und Unterkunft: Caféière Beauséjour und Vanibel
  • Weitere Tipps
    - Besuchen Sie das Museum der Kokosnuss, Maison de la noix de coco

La Réunion: Zucker und Parfum

Die Vulkaninsel im Indischen Ozean (unweit von Madagascar) wurde zunächst auf den Namen Île Bourbon (Bourboneninsel) nach dem französischen Herrschergeschlecht der Bourbonen getauft. Im 17. Jahrhundert erhielt sie den Status eines Handelskontors der französischen Ostindienkompanie und wurde so zu einer wohlhabenden Kolonie, auf der diverse Produkte kultiviert wurden (z.B. Vanille, Zuckerrohr oder Süßgras). Die Landwirtschaft wurde zur Quelle des Reichtums für so manch eine Familie, zugleich jedoch zum tragischen Schauplatz der Sklaverei...

 

La Stella Matutina in Saint-Leu ist eine ehemalige Zuckerrohrfabrik aus dem Jahr 1855, in der heute ein Museum untergebracht ist. Und auch, wenn die Vanilleproduktion heute viel von ihrer einstigen Bedeutung verloren hat, so hat die Insel doch damals Rekordmengen des Gewürzes exportiert.

 

  • Zwei Besichtigungstipps in Saint-André
    - Zuckerfabrik von Bois-Rouge: Diese Zuckerfabrik, in der das Zuckerrohr erhitzt wird, um den Zucker zu extrahieren, ist von Juni bis Dezember aktiv. Besichtigungen sind von Dienstag bis Freitag möglich.
    - Brennerei Savanna: Hier werden verschiedenste Sorten von Qualitätsrum hergestellt, auch gereifter Rum und Jahrgangsrum findet sich im Sortiment. Besichtigungen sind während der Ernte und der Verarbeitung des Zuckerrohrs möglich.

  • Weitere Tipps
    - Landwirtschaftliche Kooperative essenzieller Öle von Bourbon: Hier werden duftende Essenzen für Parfums auf der Basis von Geranien, Süßgras und rosa Pfeffer erzeugt. Bei einem Besuch kann man auch selbst an einem Parfum-Workshop teilnehmen.
    - Die Gruppe Quartier Français bietet verschiedenste Marken von Rum und verfügt über jahrelange Erfahrung in deren Herstellung. Auf ihrer Webseite bieten sie zudem einen sehr informativen virtuellen Rundgang durch die Fabrik von Gol an.

Tahiti: Blumen und Perlen

  • Perlaustern

Verstreut über tausende Quadratkilometer im pazifischen Ozean, wurde auf den Atollen und Laguneninseln vor mehr als einem Jahrhundert mit der gezielten Zucht von Perlaustern begonnen. Eine bestimmte lokale Muschelart ist in der Lage, in etwa vier Jahren eine wunderschöne Perlmuttkugel zu erzeugen. Zunächst wurde das Perlmutt als Rohstoff exportiert und für Hemdknöpfe oder Klaviertasten verwendet, ehe es, in seiner ursprünglichen Erscheinung, zum Schmuckstück avancierte.

Weißes und schwarzes Perlmutt werden immer noch von zahlreichen Perlzüchtern auf Bora Bora, Tuamotu, Gambier und besonders Manihi (ca. 500km von Tahiti entfernt) hergestellt. Bei einem Besuch mit Tauchgang zu den Muschelkolonien lernt man z.B., dass es den Japanern gelungen ist, durch gezielte Zuchttechniken die Produktion von Perlmutt zu sichern.

  • Monoï Öl

Die sogenannte Tiare (weiße Tahiti-Gardenie) wurde zum Symbol der Tahitianer und wurde als Schönheitssymbol als Kranz oder Kette getragen. Durch ein als "Mazeration" bekanntes Verfahren, bei dem, vereinfacht gesagt, die Blüten über längeren Zeitraum in Kokosöl eingelegt werden, werden die Pflanzenöle aus den Blüten extrahiert, denen man eine wohltuende Wirkung für Haut und Haare nachsagt. Diese natürliche Pflege ist bis heute eine Spezialität der Polynesier.

 

Französisch Guyana: Weltraumeroberung auf Europäisch

In Französisch Guyana befindet sich der Weltraumbahnhof, von welchem die Ariane-Raketen ihre Reise ins All antraten. Er gehört zum Weltraumforschungszentrum, das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA betreut wird, und liegt in Kourou zwischen dem Atlantik und dem Regenwald. Ein Weltraummuseum und verschiedene Ausstellungsobjekte können hier besucht werden. Außerdem ist es möglich, hier den Start einer Rakete mitzuverfolgen.