Geschützte Natur in Frankreichs Überseedestinationen

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Geschützte Natur in Frankreichs Überseedestinationen

Réunion

Der 2007 gegründete Nationalpark Réunion (frz) ist der neunte Nationalpark Frankreichs und umfasst 40% des Territoriums der Insel Réunion mit mehr als 300 endemischen Pflanzenarten, außergewöhnlicher Fauna, einem aktiven Vulkan und betrifft 23 Gemeinden. Teile des Parks wurden nun auch zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt.

Seit 1970 haben die Korallenriffe der Insel große Schäden erlitten, natürlichen Ursprungs durch Zyklone und/oder aus anthropischen Gründen (Umweltverschmutzung, Überfischen ...). Um dieser Situation standzuhalten bzw. zu begegnen, hat Reunion 2007 ein Nationales Marinenaturreservat (frz) von 35km² eingerichtet, 80% der Korallenriffe der Insel eingeschlossen. Weltweit profitieren nur 5% der Korallenriffe von Schutzmaßnahmen...

15 Gemeinden haben sich zu dem Interessensverband "Villages Créoles" zusammengeschlossen: Sie engagieren sich für "verantwortliche Qualität" mit dem Ziel, an der Entwicklung der Populationen und der Territorien teilzunehmen sowie
zum Schutz der Umwelt, der natürlichen Ressourcen und der Artenvielfalt beizutragen. "Villages Créoles" wurde schon im Jahr 2007 in der Kategorie Kultur und Erbe als Preisträger für verantwortlichen Tourismus (Trophées du Tourisme Responsable, frz) ausgezeichnet.

Neukaledonien

Zwei Drittel der Lagune von Neukaledonien (23.000 km² - Neukaledonisches Barriereriff) sind seit Juli 2008 im UNESCO-Welterbe eingetragen: Mangroven und Korallengürtel im Süden, nördliche und östliche Küstenzone, große Lagune im Norden, Loyalitätsinseln (Îles Loyauté), Atolle Ouvéa, Beautemps-Beaupré und
Entrecasteaux...

Um als UNESCO-Welterbe klassifiziert zu werden, müssen vier Kriterien zutreffen:

  • Bemerkenswerter ökologischer und biologischer Prozess für die Entwicklung der Ökosysteme
  • Ausgezeichnet konservierte Lebensräume für die Biodiversität, einschließlich für bedrohte, emblematische Arten
  • Außergewöhnliche natürliche Schönheit
  • Repräsentative Beispiele der Erdgeschichte darstellen

Polynesien

Französisch Polynesien wappnet sich für die Rettung seines Erbes und Artenreichtums, angesichts der Problematik der klimatischen Erwärmung. Hier die wichtigsten Initiativen zum Schutz von Fauna und Flora:

Das Schutzzentrum für Schildkröten (frz, engl), gegr. 1999, ist ein wissenschaftliches und touristisches Projekt des Unternehmens Pae Tai Pae Uta, an dem der Meridian von Bora Bora aktiv beteililgt ist. In Koordination mit den zuständigen Ministerien kümmert man sich um die Pflege und Genesung der Meeresschildkröten, die von Freiwilligen eingesammelt werden. Die Schildkröten, erwachsen oder Baby, werden in schützende Pflege übernommen und erst freigelassen, wenn sie über ausreichend Kraft verfügen, um künftigen Feinden zu entwischen.

Auf Moorea sammelt und pflegt seit 2004 eine Klinik für Meeresschildkröten kranke
und verletzte Tiere. Sie wurde im Rahmen eines Rettungsprogramms für Meeresschildkröten von dem zuständigen Ministerium für die Umwelt Polynesiens im Hotel InterContinental Moorea Resort & Spa eingerichtet und wird von der Vereinigung "dir mana o dir moana" verwaltet. Seit ihrer Gründung hat die Klinik 110 Schildkröten aufgenommen, 33 konnten wieder freigelassen werden.

Nachdem der Biologe Denis Schneider auf die Gefährdung der Korallen hinwies, beschloss die Leitung des Bora Bora Pearl Beach Resort Spa, eine Korallenaufzuchtstation zu unterstützen. Dieses Unterwasserlabor ermöglicht den sicheren Aufwuchs und die Pflege gefährdeter Korallen in geschützter Umwelt. Darüber hinaus werden die Geheimnisse dieses besonderen Ökosystems unter den besten Bedingungen erforscht. 2001 wurden künstliche Riffe (aus Beton) versenkt, um Korallenkolonien als Stütze zu dienen und die Wirkung von Wasserströmungen aus der Tiefe abzubremsen. Die Aufzuchtstation besteht heute aus über 91 Riffen mit annähernd 3000 Korallenkolonien.

Seit 2006 sind Fakarava und sechs weitere umliegende Atolle des Archipels Tuamotu als Biosphärenreservat der UNESCO gelistet. Fakarava ist ein 60 km langer, 25 km breiter Korallenring, berühmt für die Klarheit seines Wassers. Das Biosphärenreservat Fakarava umfasst 270 000 ha und schützt die einzigartige Vielfalt der Unterwasserwelt. Außer der Lagune schützt das Biosphärenreservat zahlreiche endemische Arten, vor allem Vögel und Schildkröten des Atolls.

Martinique

Der regionale Naturpark Martinique entstand 1976, um die Natur und die martinikanischen Landschaften zu schützen und aufzuwerten. Er umfasst einen großen Teil der Insel: das Naturreservat Caravelle im Norden des Parks, das Vogelschutzgebiet der Îlets de Sainte Anne im Süden des Parks, die eingerichteten Naturgebiete "Domaine de Tivoli" und "Domaine d'Estripault".

Durch seine Charta verpflichtet sich der Naturpark Martinique

  • die Evolution des Territoriums zu meistern
  • Naturbestand und Landschaften zu schützen
  • das martinikanische Kulturerbe zu schützen und zu fördern
  • den Bestand an Natur und Kultur mittels nachhaltigem Tourismus auf Martinique aufzuwerten
  • Empfang, Information und Erziehung des Publikums zu entwickeln

Guadeloupe

Der Nationalpark Guadeloupe (frz, engl) gewährt den renommiertesten Stellen der Insel Unterschlupf: "Deux Mamelles", Wasserfälle "Chutes du Carbet", Vulkan Soufrière.

An Land wie im Wasser leben viele geschützte Arten, die Umwelt ist vom ökologischen Standpunkt aus reich an Landschaft und Kultur.

Der Nationalpark koordiniert ebenfalls das Naturschutzgebiet "Réserve Naturelle du Grand-Cul-de-Sac-Marin" zwischen Grande-Terre und Basse-Terre nördlich des Flusses "Rivière Salée", bestehend aus Mangroven, Sumpfwäldern, Süßwassersümpfen, Feuchtwiesen, Korallenriffen und Unterwasserherbarien. Seit 1992 listet die UNESCO diese Zone als Biosphärenreservat.

Guyana

Der Amazonas Nationalpark in Guyana (frz) (gegründet Februar 2007, 3,4 Millionen ha = 4x so groß wie Korsika ) bewahrt eine äußerst einzigartige Umwelt und untrennbar kulturelles Erbe (Südsee-Indianer von Maripa-Soula und andere Stammesgemeinschaften).

Der regionale Naturpark Guyana bedeckt eine Gesamtoberfläche von 6 998 km² mit zwei Polen: im Osten die Kaw-Sümpfe und im Westen die Gemeinden Mana und Awala-Yalimapo. Hier (über-)lebt eine der weltweit letzten stabilen Populationen schwarzer Kaimane, außerdem ist der Park eine der wichtigsten Legezonen der Lautenschildkröte (tortue Luth).

Das Naturschutzgebiet der Insel "Île du Grand
Connétable"
(frz, engl) ist 15 km der Trichtermündung des Flusses Approuague vorgelagert und ergänzt die vorgenannten Einrichtungen. Es bildet die einzige geschützte Meereszone vor der Amazonasküste mit seltenen und bedrohten Meeresbewohnern wie grüne Schildkröte und Riesenzackenbarsch.

Weitere Informationen

Réserves naturelles de France (frz) (Naturreservate)
Kartenübersicht regionaler Naturparks (frz)
Parcs nationaux de France (frz) (Nationale Naturparks)

Weitere Informationen