Geschichte und Tradition in Französisch Polynesien (Tahiti)

  • Heiva i Tahiti

    Heiva i Tahiti

    © Tahiti Tourisme/Tatiana Salmon

  • Kleines Familienhotel auf Tahiti

    Kleines Familienhotel auf Tahiti

    © Tahiti Tourisme Jalil Sekkaki

  • Der Markt von Papeete

    Der Markt von Papeete

    © Tahiti Tourisme/Ty_Sawyer

  • Tattoos aus Französisch Polynesien

    Tattoos aus Französisch Polynesien

    © Tahiti Tourisme/N.Perez

  • Tifaifai, Patchwork mit lebendigen Farben und floralen Motiven

    Tifaifai, Patchwork mit lebendigen Farben und floralen Motiven

    © Tahiti Tourisme

Geschichte und Tradition in Französisch Polynesien (Tahiti) Papeete pf

Geschichte und Tradition

Als im Jahr 1767 Louis-Antoine de Bougainville Tahiti entdeckte, blieb er nur zehn Tage auf dieser Insel, die er „Nouvelle-Cythère“ taufte. Dieser Name erinnert an Kythira, die griechische Mittelmeerinsel, wo der griechischen Mythologie nach Aphrodite geboren sein soll. De Bougainville sah diesen Namen als Kompliment an die Bewohner, die ihm einen herzlichen Empfang bereitet hatten. Seine Aufzeichnungen über seinen Aufenthalt auf Tahiti trugen zum Mythos des polynesischen Paradieses bei. Die Gastfreundschaft der Polynesier ist in der Tat legendär. Die Blumenkränze, die jedem Besucher am Flughafen überreicht werden, sind dafür nur ein symbolisches Beispiel.

Seit einigen Jahren sind die Polynesier auch verstärkt darum bemüht, ihre alten Sitten und Gebräuche wieder aufleben zu lassen, die zu ihrer ganz besonderen Identität unweigerlich dazugehören. Besonders Musik und Tanz spielen eine wichtige Rolle und haben eine starke kommunikative Funktion. Über Jahrhunderte hinweg wurden diese Traditionen von Generation zu Generation weitergereicht, erlebt diese Tradition nun ihre Renaissance, etwa im „Haka“-Tanz auf den Marquesas-Inseln. Kraftvoller aber charmanter Ausdruck, symbolische Gesten und wundervolle Kostümierung prägen diese künstlerischen Darbietungen. Man begegnet ihnen vor allem bei Festen und Zeremonien, unter denen die Heiva i Tahiti im Juli den alljährlichen Höhepunkt darstellt. Dabei kommen auch die traditionellen „Sportarten“ und Fertigkeiten zu Ehren: Stein-Stemmen, Palmen-Klettern, Speerwerfen, Rennen der Obstträger, Zubereitung der Kopra (getrocknete Kokosnüsse), Öffnen von Kokosnüssen und natürlich die spektakulären Pirogen-Rennen in der Lagune. Stets nutzen die polynesischen Künstler das Fest, um ihre schönsten Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren.

Die traditionelle Kunst verwendet verschiedenste Ausdrucksformen, wie etwa die Tapas (reich dekorierte Stoffe) von den Marquesas-Inseln, gravierter Perlmutt vom Tuamotu-Archipel, polierte Kokosnüsse, Tifaifai (Patchwork in kräftigen Farben mit Blumenmotiven) und Pāreu aus Baumwolle mit Hibiskus-Darstellungen sowie geflochtenen Körbe und Hüte.

Kunst- und Kulturliebhaber können aus zahlreichen Museen auf Tahiti wählen: das Museum von Tahiti und seinen Inseln, das Perlenmuseum Robert Wan, das Muschel-Museum und das Paul-Gauguin-Museum.

Vorchristliche Legenden und Kulte, wie die der Götter Oro oder Hiro, fanden ihren Raum in den Marae, sakralen Orten, die auch den Krönungszeremonien der Stammeskönige dienten. Von diesen sind noch zahlreiche Reste erhalten.

Wussten Sie, woher Tätowieren seinen Namen hat?

Der etwas abgewandelte Name – Tätowierung – für diese sehr populäre Art des Körperschmucks stammt aus der Sprache Polynesiens. Für die Pazifik-Völker bedeutet diese Kunst weit mehr als eine ästhetische Angelegenheit. Tätowierungen besaßen ihren eigenen "Code" und drückten den sozialen Status einer Person aus. Sie kündeten von bestandenen Initiations-Prüfungen, von erbrachten Leistungen oder von der Rolle im Rahmen des Stammes. Die heutigen Tätowierungen dienen eher dem Ausdruck der Persönlichkeit und künden stolz von der Zugehörigkeit zu einem Clan oder einer Insel (etwa den Marquesas-Inseln oder Bora Bora). Zahlreiche Touristen bringen von ihrem dortigen Aufenthalt eine bleibende Erinnerung heim - ein Tattoo, das sie in einem der mit modernen Apparaten ausgestatteten Studios erhalten haben.

Unsere Empfehlung

Leben auf polynesische Art: Mehr als 250 Familienhotels, Pensionen, Gästezimmer oder Faré (Bambushäuser) bieten die Gelegenheit, das Leben der Polynesier aus nächster Nähe kennenzulernen. Man begleitet die Gastgeber zum Fischen, kocht mit der „Mama“, erlernt das Flechten… und singt anschließend das hohe Lied vom Lebensrhythmus dieses Inselparadieses!