Frankreich und die Literatur

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    Französische Literatur

    © Atout France - Pascal Gréboval

Frankreich und die Literatur

Welche Bücher nehmen Sie in Ihren nächsten Frankreichurlaub mit? Die großen Klassiker der französischen Literatur, Krimis oder Comics spielen nicht nur bei Ihrer Reisevorbereitung eine Rolle, sondern begleiten Sie auch auf Ihrem Weg von den Städten in die Dörfer und von den Schlössern in die Weinberge…

Freigeister im Frankreich des 17. Jahrhunderts

Auf Ihrem Programm steht ein Besuch im Schloss von Versailles? Oder ein Spaziergang durch die Tuilerien-Gärten in Paris? Halten Sie doch für einen Moment inne und reisen Sie in die Zeit der Freidenker (Libertinismus) zurück. Das Gedankengut der Freigeister jener Zeit lässt sich besonders gut in folgenden Werken nachempfinden: Don Juan, Molières Theaterstück, in dem der männliche Hauptdarsteller einer Eroberung nach der anderen hinterherjagt, oder auch Cyrano de Bergerac von Edmond Rostands, der Geschichte rund um einen abenteuerlustigen Musketier in Gesellschaft der Kadetten der Gascogne. Im Roman „Les liaisons dangereuses“ lässt Sie Pierre Choderlos de Laclos den Briefwechsel zwischen dem Viconte von Valmont und der Marquise von Merteuil nachlesen – zwei Freigeistern, die ihre Opfer schamlos verführen und hinterher verlassen. Unglückliche Liebe und Verschwörungen finden sich als wichtige Themen auch in den Werken „Bérénice“, „Phèdre“ und „Britannicus“ des Dramatikers Jean Racine wieder.

Optimismus und Glück im 18. Jahrhundert

Nach dem Freidenkertum sehen sich die Schriftsteller im Zeitalter der Aufklärung als freie Menschen, die nach dem Glück streben. So ist etwa Voltaires Figur Candide ein Optimist. Empfehlenswert ist auch ein Blick in das Werk des Philosophen Denis Diderot. Die Theaterstücke von Marivaux („Le jeu de l’amour et du hasard“, „La double inconstance“) sind mit ihren amourösen Verstrickungen und komischen Situationen Namensgeber der sogenannten „Marivaudage“ geworden.

Romantik und Realismus

Sie sind ein unverbesserlicher Romantiker? Für die gewisse Portion an Romantik empfehlen wir Bernardin de Saint-Pierres wunderbare Liebesgeschichte „Paul et Virginie“, oder die Verse von Charles Baudelaires „Fleurs du mal“ - oder auch Arthur Rimbauds „Les illuminations“. „Le rouge et le noir“ und „La chartreuse de Parme“ von Stendhal sind zwei Romane, die sie regelrecht verschlingen werden. Gekonnt beschreibt der Autor die gesellschaftliche Realität seiner Zeit sowie seine außergewöhnlichen Liebschaften. Diese realitätsnahe Herangehensweise trifft auf viele weitere Meisterwerke des 19. Jahrhunderts zu: „Les misérables“, Victor Hugos großes Fresko der Menschheit, Gustave Flauberts „Madame Bovary“, Guy de Maupassants „Bel ami“ oder „Le père Goriot“ von Balzac. Emile Zola könnte man jedoch mit Sicherheit zuschreiben, den Realismus in seinem Werk „Les Rougon-Macquart“, einem kritischen Abbild der Gesellschaft unter dem Zweiten Kaiserreich, auf die Spitze getrieben zu haben. Bei einem Bummel durch das Kaufhaus Bon Marché in Paris, fühlt man sich gedanklich in den Roman „Au bonheur des dames“ versetzt, in dem Zola mit akribischer Genauigkeit alle Details des ersten Pariser Kaufhauses festhält.

Für Abenteurer

Spannung und Abenteuer - das ist genau Ihr Ding? Verfolgen Sie, wie am Hof des Königs Louis XIII. die mutigen Helden d’Artagnan, Athos, Porthos und Aramis aus Alexandre Dumas Roman "Die drei Musketiere" („Les trois mousquetaires“) Intrigen aufdecken. Im Loiretal finden Sie das Schloss von Cheverny, das Hergé als Vorbild für Moulinsart, dem Domizil von Kapitän Haddock aus den "Abenteuern von Tim und Struppi" ("Les aventures de Tintin") diente. Der Journalist und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry wiederum regt mit "Der kleine Prinz" („Le petit prince“) zum Träumen an und nimmt Sie mit den Romanen „Courrier sud“ oder „Vol de nuit“ in seine Abenteuer der Lüfte mit. Außergewöhnliche Reisen garantieren auch die Werke von Jules Verne: Von "In 80 Tagen um die Welt" („Tour du monde en quatre-vingts jours“) über „Cinq semaines en ballon“ bis zu „L‘île mystérieuse“ versetzt Sie dieser eifrige Autor in die Zeit der industriellen und technologischen Revolution des 19. Jahrhunderts.

Geheimnisse und Rätsel lösen

Fans von Krimis und Thrillern seien ganz besonders das Werk "Phantom der Oper" („Fantôme de l’opéra“) von Gaston Leroux oder auch der Roman „The Da Vinci Code“ (Sakrileg) von Dan Brown empfohlen, wo Sie mit Professor Robert Langdon, dem Romanhelden, spannende Mysterien entdecken. Vom Louvre bis zum Hotel Ritz, von den Champs-Elysées bis zur Kirche Saint-Sulpice entführt Sie der amerikanische Autor zu einer intensiven Expedition durch Paris. In der Normandie hingegen, genau genommen in Etretat, spielt die Handlung der Abenteuer von Arsène Lupin, dem berühmten „Gentleman-Einbrecher“ aus der Schöpfung von Maurice Leblanc.

Mit Marcel Pagnol und Jean Giono in der Provence

Marcel Pagnol ließ sich von den Hügeln der Garlaban-Landschaft in der Provence inspirieren lassen. Wandeln Sie auf seinen Spuren und entdecken Sie an den Weggabelungen die Landschaften und das Universum von „La gloire de mon père“ und „Le château de ma mère“. Ebenso wie Pagnols Welt ist auch die von Jean Giono von der Provence geprägt – in diesem Fall von der Gegend zwischen der Hochebene von Valensole und der von Contadour. In „Le hussard sur le toit“ erzählt er die Geschichte eines jungen italienischen Aristokraten, der in Manosque, der Geburtsstadt des Schriftstellers, mit der Cholera-Epidemie konfrontiert wird.

Paris

Laufen Sie in Gesellschaft der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts durch die Straßen von Paris. In „Paris - Ein Fest fürs Leben“ (A Moveable Feast) erzählt Ernest Hemingway von den Jahren, die er mit seiner ersten Frau und ihrem kleinen Kind in der französischen Hauptstadt verbracht hat. In „Du Côté de chez Swann“ erinnert sich Marcel Proust an den Geschmack der mit Tee benetzten Madeleines seiner Kindheit und lässt Sie in die Welt der Pariser Salons eintauchen. Und was Douglas Kennedy betrifft: Er zieht es vor, in „The Woman in the 5th“ die dunklen Seiten von Paris zu zeichnen: Sein Held hat Zuflucht in einer heruntergekommenen Straße des 10. Arondissements gefunden – dort, wo sich kein Tourist hintraut…

Autoren der Gegenwart

Die französische Literatur des 21. Jahrhunderts wird unter anderem von dem jüdisch-US-amerikanisch-französischen Schriftsteller Jonathan Littell, der senegalesisch-französischen Autorin Marie NDiaye und dem auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean geborenen Michel Houellebecq geprägt.