Die Tempelritter: Orte, an denen Geschichte zum Leben erwacht

  • Kirche Saint Martin de Larzac

    Kirche Saint Martin de Larzac

    © ATOUT FRANCE/Patrice Thébault

  • Troyes - historisches Stadtzentrum

    Troyes - historisches Stadtzentrum

    © ATOUT FRANCE/CRT Champagne-Ardenne/Oxle

Die Tempelritter: Orte, an denen Geschichte zum Leben erwacht

Dieser religiöse und militärische Orden prägte das Mittelalter. Später diente er als Inspirationsquelle für Mysterien und Rittersagen.

Kommende (Kloster, die wie Burgen gebaut waren), Kapellen und geheimnisvolle Krypten bilden Relikte, bezeugen von der Größe und später vom Verfall dieser Mönch-Soldaten, die das berühmte rote Tatzenkreuz (croix „patté“) auf ihren weißen Umhängen trugen.

Der Tempelorden wurde während dem ersten Kreuzzug, in Jerusalem, im XII. Jhdt. gegründet, und vom Konzil von Troyes anerkannt. Er wurde von Rittern (seigneurs) und französischen Mönchen ins Leben gerufen, die sich als Ziel setzten den Zugang zu den « heiligen Stätten des Orients » für die Pilgerer zu beschützen; daher stammt auch der Name Ritter des Jerusalemtempels. Die tapferen und frommen Gefährten bildeten sich somit einen guten Ruf. Bei ihrer Rückkehr in ihrem Heimatland wurden sie mit Ehren und Auszeichnungen empfangen, die ihnen ermöglichten eine befestigte Prioratskirche, inmitten von Landgüter, zu bauen: die Kommenden. Die barmherzigen Tempelritter wurden auch Wirtschaftsakteure. Sie gehörten zu den ersten die als Bankier arbeiteten. Sie wurden auch zu Wächter des königlichen Schatzes ernannt. Zu seiner Blütezeit zählte der Orden 15 000 Mitglieder. Auf diese Weise wird der Orden zwei Jahrhunderte lang prosperieren, in ganz Europa « Häuser » bauen und im Königreich Frankreich (zu) reich und mächtig werden!

Die Aura der Tempelritter beängstigt schließlich die Königsmacht und den Papst. Der König Philipp der Schone (Philipp IV.) fasste 1307 den Entschluss den Orden aufzulösen und verschwinden zu lassen. Während der Papst Clemens V. ihnen einen Prozess für Ketzerei machte, wurde das Hab und Gut der Tempelritter beschlagnahmt und zerstört, und der « Großmeister“ wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Es bleiben also nur wenige historische Gebäude des Ordens aber dessen tragisches Schicksal inspirierte zahlreiche Legenden.

Man findet Gebäude in der okzitanischen Region (Occitane), unter anderem in den Causses im Périgord, im Larzac und im Aveyron, zwischen Aquitainien, Auvergne, Bourgogne und Languedoc. Andere, unauffeligere Stätten erzählen ebenfalls die Geschichte der Tempelritter. Ein verwannter Orden, der sogenannte Orden der Ritter von St.-Johann-von-Jérusalem (Ordre des chevaliers de Saint-Jean-de-Jérusalem), alias Hospitalorden (der am Ende des XVI. Jhdt zum Malteserorden wird), entwickelte sich auf den « Ruinen » des Tempelrodens. Diese bahrmherzige Orden übernahm mehrere der beschlagnahmten Häuser der Tempelritter und trägt ein ähnliche Symbol: das Malteserkreuz.

Im Périgord

Sarlat, mittelalterliche Stadt (Dordogne)
Diese Stadt ist für ihr mittelalterliches Erbe bekannt, inmittem einer Region, mit groszügiger Landschaft und Burgen. Im alten Stadtteil befindet sich, um die Kathedral, ein Friedhof mit Gräbern von Tempelritter, die man an den darauf abgebildeten Kreuzen des Ordens erkannt. Der spitzbögige Turm, die „Lanterne der Toten“ (Lanterne des morts), ist ebenfalls bemerkenswert.

Im Larzac

Die Cavalerie, der Turm von Viala und besonders die beiden Dörfer Couvertoirade und Sainte-Eulalie bilden ein eizigartiges Ensemble von nahegelegenen Stätten des Tempelordens, im Herzen der wilden Landschaft des Larzac (englisch)

La Couvertoirade (frz.), befestigtes Dorf des Larzac (bei Millau)
Die erhaltene Umwallung des Dorfes, wurde im XII. Jhdt. von den Brüdern des Hospitalordens erbaut. Das Dorf liegt mitten in der rauen und einsamen Landschaft der Hochebene des Larzac. Heute aber liegt es unweit der Autobahn A75 (von Clermont-Ferrand nach Montpellier) und des berühmten Viadukts von Millau und ist daher gut zu erreichen.

Die Kommenden von Sainte-Eulalie-de-Cernon (bei Millau)
Im Departement Aveyron, am Fuße der Hochebene des Larzac, 20 km südöstlich von Millau, behällt dieses Tempelritterhaus unberührte Architekturelemente bei. Diese Kommende ist eines der am besten erhaltenen Häuser Frankreichs.

In ganz Frankreich ...

Schloss von Poët-Laval (château de Poet-Laval), in der Drôme (bei Montélimar)

Kommende von Arville (Commanderie d’Arville) (englisch), bei Orléans (Region Centre)

Troyes (deutsch) und seine Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul
Im IV. Jhdt. steht hier zuerst ein Oratorium, im IX. Jhdt. wird dann eine Kathedrale gebaut, die sobald von den Normannen (alias Vikinger) zerstört wird. Um das Jahr 940 erbaut man ein Gebäude im romanische Styl, der als Sitz für den Konzil von Troyes diente. Dieser Konzil bestätigt die wichtige Rolle der Tempelritter um 1129 et son application de la régle de Saint-Benoit. 160 Jahre später wird das Gebäude weiderrum zerstört. Schließlich wird um das Jahr 1200 eine gothische Kathedrale errichtet, die Arbeiten werden bis zum XVII. Jhdt dauern, ohne fertiggestellt zu werden!

Paris und die Tempelstraße (rue du temple)

Einige Straßen mit « signifikanten » Namen erinnern daran, dass die Tempelritter ein « Haus » im historischen Viertel Marais (3. Bezirk) hielten. Ursprünglich handelt es sich dabei also nicht um einen Verweis auf die protestantische Religion. Heutzutage befinden sich in der Tempelstraße hauptsächlich Geschäfte.

Dörfer in der Bourgogne

Mehrere Gemeinden dieser hübschen Weinregion tragen einen … vielsagenden Namen, besitzen aber nur wenige konkrete Stätten, die zu besichtigen sind. Bure-les-Templiers besaß eine Hauptkommende, von der heute noch der viereckige Hof (cour carrée) und der « Schatz » der Kirche mit einem Grabstein zu sehen ist.

Und ...
Überall in Frankreich trifft man auf sogenannte Kapellen des Tempelordens, Saint-Cado (im Morbihan) oder in Cressac (in der Charente), in Paulhac (in der Creuse). Diese Stätten stehen oft unter Denkmalschutz.