Die neue französische Musikszene

  • Musiker im Centre Musicak Fleury Barbara in Paris

    Musiker im Centre Musicak Fleury Barbara in Paris

    © Jarry M.J. - Tripelon J.F. - CRT Ile-de-France

  • Musikfestival im Park von Saint-Cloud

    Musikfestival im Park von Saint-Cloud

    © Atout France - Daniel THIERRY

  • Musikfestival Carhaix Plouguer

    Musikfestival Carhaix Plouguer

    © Atout France - C. Cincet

  • Konzert in Brest

    Konzert in Brest

    © Atout France - Fabrice Milochau

  • FNAC Live-Konzert

    FNAC Live-Konzert

    © Sadaka - Sipa - CRT PIdF

Die neue französische Musikszene

Gerade die französischen Chansons (Edith Piaf und „La vie en rose“, Claude François und „Comme d’habitude“, Charles Trenet und „La mer“) erfreuen sich nach wie vor großer internationaler Beliebtheit. Aber auch die moderne französische Musikszene der Gegenwart hat Einiges zu bieten: Chanson, Rap, Elektro, Rock oder Weltmusik – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Öffnen Sie während Ihres Frankreich-Urlaubs die Ohren und nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, um in die „French-Touch-Musik“ oder „French-House-Musik“ einzutauchen.

Elektromusik aus Frankreich

Das Album „Boulevard“ von Ludovic Navarre (Künstlername: St.Germain) gilt als erster echter, internationeler Erfolg der französischen Elektromusik. Die englische Presse wählt es sogar zum besten Album des Jahres 1995. Zwei Jahre später gelingt der Gruppe Daft Punk ein Meilenstein für die französische Elektromusik, als sie ihr Studioalbum „Homework“ mit den Welthits „Around the World“, „Alive“ und „Da Funk“ herausbringt. Der Erfolg ihres jüngsten Albums „Random“ zeigt, dass die Gruppe bis heute auf der ganzen Welt der Inbegriff der French-Touch-Musik geblieben ist.

Die Gruppe Gotan Project, die Tango und elektronische Musik miteinander verbindet, feierte mit ihrem ersten Album „Revancha del Tango“ ebenfalls einen Megaerfolg – genau wie das Duo Justice, das 2007 mit dem Album Cross und der Singel D.A.N.C.E. international bekannt wurde. Zuletzt hat der phänomenale DJ David Guetta mit seinen Hits, wie etwa dem von den Black Eyed Pies komponierten „I Gotta Feeling“ oder dem von Akon geschriebenen „Sexy Bitch“ die ganze Welt erobert. In seinem Fahrwasser stoßen Martin Solveig und Bob Sinclair außerhalb der französischen Grenzen ebenfalls auf ein positives Feedback.

Pop- und Rockmusiker aus Frankreich

Phoenix, eine Gruppe aus Versailles, die anfangs im Ausland populärer war als in Frankreich, hat Amerika seit dem Erscheinen ihres Albums „Wolfgang Amadeus Phoenix“ (weltweit über zwei Millionen verkaufte Exemplare) fest im Griff. 2009 wird Phoenix als erste französische Gruppe in die NBC-Show „Saturday Night Live“ eingeladen, 2010 tritt sie im Madison Square Garden in New York auf (mit der Gruppe Daft Punk im Vorprogramm). Phoenix hat den Weg für eine ganze Generation französischer Künstler geebnet, die häufig im Ausland bekannter sind als in Frankreich. Dazu gehören die Gruppen Hushpuppies, Kill the Young, Tahiti 80 und M83. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der zurückhaltende Anthony Gonzalez, der beim ersten Fuji Rock Festival in Japan auftritt und die ersten Auftritte von Gruppen wie Kings of Leon, The Killers oder Depeche Mode sicherstellt.

Filmmusik aus Frankreich

Als 1998 ihr Album „Moon Safari“ erscheint und für großes Aufsehen sorgt, verwirklicht die Gruppe Air – der Name ist eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der Begriffen Amour (Liebe), Imagination (Fantasie) und Rêve (Traum) – den Soundtrack zu Sofia Coppolas erstem Spielfilm, „Virgin Suicides“. Alexandre Desplat ist ein weiterer Künstler, dem Hollywood zu Füßen liegt. 2009 liefert Aexandre Desplat die Originalmusik zum zweiten Teil der Vampir-Saga „Twilight“. Der Titel „New Moon“ aus dieser Filmmusik war bis 2011 in den Charts. Sein Name taucht auch im Vorspann der Filme „Moonrise Kingdom“, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ sowie „Tage des Verrats“ auf.

Die Erneuerung des französischen Chansons

Die französische Popszene und die Szene der elektronischen Musik sind nicht die einzigen, die sich außerhalb von Frankreich großer Beliebtheit erfreuen. Egal ob sie auf Französisch oder Englisch singen – Ben l'Oncle Soul, Yael Naim, Yelle und andere Künstler heimsen im Ausland große Erfolge ein. Hinter dem Album „5:55“ von Charlotte Gainsbourg, das sich außerhalb der französischen Grenzen ebenfalls sehr gut verkauft, stecken Nicolas Godin und Jean-Benoît Dunckel, das Duo der Gruppe Air. Und was die Sängerin Zaz (bekannt für den Song "Je veux", beste Chartplatzierung in Österreich: 16) betrifft: Mit weltweit über 1,8 Millionen verkauften Alben ist sie die Ausnahmeerscheinung des Jahres 2010. Ihr erstes Album mit dem Titel „Zaz“ wird zweifach mit der Platin-Schallplatte ausgezeichnet. In den osteuropäischen Ländern und in der Türkei fanden ihre Lieder, obwohl sie gänzlich auf Französisch gesungen werden, ebenfalls großen Anklang.

Weitere wichtige Interpreten des neuen französischen Chansons sind Dominique A, Thomas Fersen, Philippe Katerine, Helena Noguerra, Emilie Simon, Coralie Clément, Sébastien Tellier und Mickey 3 D. Auch die von Yann Thiersen komponierte Filmmusik zu dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ hat das aktuelle französische Chanson weltweit bekannt gemacht.

Interessantes Detail: Seit 1994 sind die Radiostationen in Frankreich verpflichtet, 30 bis 40 Prozent ihres Programms mit französischen Interpreten zu belegen.