Die Kunstepochen in Frankreich

  • Garten des Château de Villandry

    Garten des Château de Villandry

    © Atout France - Catherine Bibollet

  • Die Brücke Wilson und das Hotel Dieu - Lyon

    Die Brücke Wilson und das Hotel Dieu - Lyon

    © Atout France - Franck Charel

  • Paris - Ivry 1921

    Paris - Ivry 1921

    © Atout France - Cédric Helsly

  • Schloss von Verailles

    Schloss von Verailles

    © Atout France - Nathalie Baetens

Die Kunstepochen in Frankreich

Verschiedenste künstlerische Bewegungen haben im Lauf der Geschichte unverwechselbare Stilrichtungen geschaffen und damit ihre Zeit geprägt. Romanik, Renaissance, Klassizismus oder Surrealismus haben auch in Frankreich ihre Spuren hinterlassen. Entdecken Sie das reiche kulturelle Erbe Frankreichs, wie etwa romanische Klosteranlagen, imposante gothische Kathedralen, impressionistische Meisterwerke oder Museen der zeitgenössischen Kunst.

Abteien und Kathedralen aus dem Mittelalter

Reisen Sie in der Zeit zurück und entdecken Sie so die Kunstepochen Frankreichs. Unsere Reise beginnt im 11. Jahrhundert, als sich die Romanik, ausgehend von der Klosterkirche von Cluny, in ganz Frankreich verbreitet. Der Stil der Abteien und Klöster aus dieser Epoche ist von Klarheit und Nüchternheit geprägt – ein besonders schönes Beispiel für die Architektur dieser Zeit ist etwa die Klosterkirche von Fontenay im Burgund. Die Gobelins (Wandteppiche) von Bayeux in der Normandie, Teil des UNESCO Weltkulturerbes, zeugen von der Eroberung Englands durch Frankreich. 

Ab dem 13. Jahrhundert löst die gotische Kunst allmählich die Romanik ab. Sie zeichnet sich durch die systematische Verwendung von Kreuzrippengewölben und Strebepfeilern aus, durch deren Einsatz die Errichtung höherer Gebäude möglich wird. In Paris sind die Kathedrale Notre Dame und die Sainte-Chapelle herrliche Beispiele für die Pracht der klerikalen Gebäude im gothischen Mittelalter.

Von der Renaissance zum Klassizismus

Auf den Spuren der Renaissance begeben Sie sich in Frankreich am besten im Loiretal. Die Renaissance stellt eine Epoche des künstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Aufbruchs dar, der ab dem 15. Jahrhundert auf das Mittelalter folgt und zugleich den Beginn der Neuzeit einläutet. Bewundern Sie im Schloss von Chambord die Arbeiten der italienischen Maler und Dekorateure, die dem Ruf von König François I. folgten und ihr künstlerisches Schaffen nach Frankreich verlegten. François I ernannte Leonardo da Vinci zum „ersten Maler, Ingenieur und Architekten des Königs“. Seine letzte Ruhestätte hat der oft als "Genie" bezeichnete italienische Meister im Schloss von Amboise, nachdem er seine letzten Lebensjahre im Schloss Clos Lucé verbrachte.

Vom 17. Jahrhundert an orientiert sich der Klassizismus als Antwort auf die Spielereien des Barock und des Manierismus an der Antike und entwickelt eine Bildsprache, die im Dienst der absolutistischen Monarchie des Sonnenkönigs Ludwig XIV. steht. Seine Residenz, das Schloss von Versailles, ist dafür das beste Beispiel.

Impressionismus und Jugendstil

Die zunächst eher negative Bezeichnung Impressionismus verlieh ein Kunstkritiker um 1870 der neuen Bewegung in der französischen Malerei, als er das Gemälde „Impression, soleil levant“ von Claude Monet betrachtete. Heute längst gefeierte und beliebte Künstler wie Claude Monet, Auguste Renoir und viele weitere gelten zunächst als Freigeister und Provokateure, da sie ihre Ateliers in Paris gezielt verlassen, um auf ihren Staffeleien den Augenblick festzuhalten und das Licht am Ufer der Seine oder die Fassaden der Kathedrale von Rouen einzufangen. Eine umfassende Sammlung impressionistischer Werke finden Sie heute im Musée d'Orsay in Paris. Auch bei einer Multimedia-Führung im Schloss von Auvers sur Oise können Sie viel Wissenswertes über den Impressionismus erfahren.

Zur selben Zeit inspirierte die Natur eine weitere künstlerische Bewegung: den Jugendstil (auch als Art Nouveau bezeichnet), der sich auf die Suche nach der industriellen Kunst und dem Kunsthandwerk fokussiert. Im Musée de l’Ecole de Nancy und in der Villa Majorelle, ebenfalls in Nancy, sind Werke der Glaskünstler Emile Gallé und der Brüder Daum zu sehen. Sie zeichnen sich durch ihre fließenden Linien und ihre Arabesken aus. Ein weiteres angesehenes Beispiel für den Jugendstil liefern die Eingänge einiger Pariser Metro-Stationen, die vom Architekten Hector Guimaud entworfen wurden.

Vom 20. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Kunst

Vom besonders repräsentativen Beispiel des Jugendstils, der Metro-Station Abbesses, gelangen Sie zum "Tempel" des Surrealismus, dem „Espace Dali“ auf dem Hügel von Montmarte. Von der fantastischen Welt des Salvador Dali bis zur zeitgenössischen Kunst – der Kunst der Gegenwart, der Kunst, die gerade entsteht – ist es nur ein Schritt. Begegnen Sie ihr von Bordeaux bis Reims und von Marseille bis Rennes in den 23 Kulturinstituten „Fonds régionaux d’art contemporain (FRAC)“ in den französischen Großstädten.

Die „Fonds régionaux d’art contemporains“ verfolgen im Wesentlichen drei Ziele:

  • Die Etablierung der Kunst auch außerhalb von Paris voranzutreiben. Jeder Region steht es dabei frei, sich auf eine bestimmte Sparte der zeitgenössischen Kunst zu spezialisieren.
  • Kooperationen mit jeweils regional ansässigen Institutionen im Kultur- und Bildungsbereich einzugehen.
  • Veranstaltungen zu organisieren, die zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum näherbringen.

Natürlich gibt es über die „Fonds régionaux d’art contemporain“ hinaus zahlreiche weitere regionale Kunstmuseen. Ein "Muss" außerhalb der Region Île-de-France ist mit Sicherheit das Centre Pompidou in Metz, wo nach Paris die bestbesuchten Sonderausstellungen in Frankreich zu sehen sind.