Die großen Persönlichkeiten der französischen Geschichte

  • Überreste der gallo-römischen Stadt Alésia, welche von Vercingétorix verteidigt wurde

    Überreste der gallo-römischen Stadt Alésia, welche von Vercingétorix verteidigt wurde

    © Atout France - R-Cast

  • Stadt Charroux

    Stadt Charroux

    © Atout France - R-Cast

  • Schloss Chambord

    Schloss Chambord

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  • Schloss und Garten von Chenonceau

    Schloss und Garten von Chenonceau

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  • Schloss von Pau

    Schloss von Pau

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  • Triumphbogen in Paris, der von Napoléon I. erbaut wurde

    Triumphbogen in Paris, der von Napoléon I. erbaut wurde

    © Atout France - Michel Angot

Die großen Persönlichkeiten der französischen Geschichte

Viele große Männern und Fraue prägten die Geschichte Frankreichs. Wenn Sie mehr über das Leben berühmter Persönlichkeiten wie etwa Johanna von Orleans, Ludwig XIV oder Georges Pompidou erfahren möchten, so bieten sich dazu in ganz Frankreich zahlreiche Möglichkeiten. Historische Straßen, Schlösser, Gärten, Museen und Gedenkstätten lassen Sie auf den Spuren dieser historischen Berühmtheiten wandeln.

Vom gallo-romanischen Zeitalter bis zum Mittelalter

Vercingétorix gilt als bekanntester Führer der Gallier. Er wurde um das Jahr 80 v. Chr. in der Auvergne geboren und führte zunächst zahlreiche Schlachten, um ganz Gallien zu vereinen. Nach einem wichtigen Sieg im Jahr 52 v. Chr. bei Gergovia über Cäsar zog er sich kurze Zeit später nach Alesia zurück. Im Museo Parc Alésia im Burgund erfahren Besucher alles über die Geschichte der Gallischen Kriege.

Ein weiterer großer Kämpfer für die Einheit Frankreichs war Karl der Große, der auch unter dem Namen Charlemagne bekannt ist. Er erweiterte die Grenzen Frankreichs nach Osten und führte kostenlose Schulen ein. In Poitou gibt es einen Charlemagne-Rundgang, der über die Abtei von Charroux führt (Teil der schönsten Dörfer Frankreichs). Dort können Sie den achteckigen Charlemagne-Turm bewundern.

Der Einfluss der Kirche nimmt unter der Regentschaft von Ludwig IX., der auch Saint-Louis (Ludwig, der Heilige) genannt wurde, weiter zu. 1248 weiht er die Sainte-Chapelle in der Île de la Cité (Insel in der Seine mitten in Paris) ein. Sie beherbergt die heiligen Reliquien von Jesus Christus, in deren Besitz der König gelangte.

Zwei Jahrhunderte später hat eine lothringische Bauerntochter eine Vision des Erzengels Michael, der ihr befiehlt, den Thronfolger zu seiner Krönung nach Reims zu geleiten und die Engländer aus Frankreich zu vertreiben. Jeanne d’Arc (Johanna von Orleans) verfolgt unbeirrt ihr Ziel und trifft sich schließlich im Jahr 1429 in Chinon mit Charles VII. Diese mythische Begegnung leitet eine entscheidende Wendung im Hundertjährigen Krieg ein. Entdecken Sie den Mythos und Epos rund um Jeanne d’Arc in der königlichen Festung von Chinon und verfolgen Sie ihren Lebensweg von Domrémy bis zum Scheiterhaufen von Rouen.

Von der Renaissance bis zur Französischen Revolution

Im Jahr 1515 wird François I. König von Frankreich. Sein Symbol ist der Salamander, den man an den Decken und Wänden des Schlosses von Chambord im Loiretal besonders häufig antrifft. Nach seinem Sieg über die Mailänder in Marignan herrscht er über ein mächtiges Königreich. Er schickt Jacques Cartier auf Expedition an den Lorenz-Strom in Québec und macht Französisch anstelle des bislang üblichen Latein zur offiziellen Verwaltungssprache.

1553 heiratet sein zweiter Sohn Henri Katharina von Medici, die spätere Herrscherin und Mutter von Charles IX. Sie gilt als typische Prinzessin der Renaissance mit einem Hang zu Luxus und Festen. Zusammen mit Diane de Poitiers, der Geliebten ihres Mannes, dient sie als Inspiration für die im französischen Stil gehaltenen Gärten des Schlosses von Chenonceau. Während der Religionskriege versucht sie, im Königreich Frieden zu stiften, doch Frieden kehrt erst mit der Thronbesteigung von Heinrich von Navarra ein. Der spätere König Henri IV. wird im Schloss von Pau geboren. Heute beherbergt es ein Nationalmuseum, das sich gänzlich dem „guten König Henri“ und dem berühmten Schildkrötenpanzer widmet, der ihm der Legende nach als Wiege gedient hat. Henri IV. wurde 1610 von Ravaillac ermordet und ist der Gründer der Bourbonen-Dynastie. Seine immer autoritärere Regentschaft ebnete den Weg für den Absolutismus seines Enkels Louis XIV.

Für Louis XIV. ist das Schloss das Zentrum der Macht. Er lässt daher während seiner 72 Jahre dauernden Regentschaft immer wieder das Schloss von Versailles vergrößern, dessen Gärten von Le Nôtre gestaltet werden. Während er die Verwaltung vereinheitlicht und zentralisiert, fördert er zugleich die Kunst und die Literatur und holt Künstler und Schriftsteller (Le Brun, Racine, Molière…) an seinen Hof.

Ein Jahrhundert später erliegt auch Marie-Antoinette, die Gattin von Louis XVI., dem Charme von Versailles. Die Königin, die für ihre Vergnügungssucht bekannt wird, lässt Theateraufführungen organisieren und erweckt die großen Bälle zu neuem Leben. Sie verbringt immer mehr Zeit im Petit Trianon, das ihr der König geschenkt hat, oder im Hameau, einem kleinen malerischen Dorf, das auf ihr Bestreben hin in den Gärten des Schlosses künstlich angelegt wurde. Marie-Antoinette wird 1793 während der Französischen Revolution hingerichtet, ihre sterblichen Überreste werden 1815 in der königlichen Krypta der Basilika Saint-Denis beigesetzt.

19. Jahrhundert: Die beiden Kaiserreiche

„Er schwebte wie eine außergewöhnliche Vision über Europa.“ Mit diesen Worten erweist Victor Hugo bei seiner Antrittsrede in der Académie Française Napoleon I. die Ehre. Der in Ajaccio auf Korsika geborene Napoléon Bonaparte wird am 2. Dezember 1804 zum Kaiser der Franzosen gekrönt. Seine Regentschaft ist von einer langen Reihe von Kriegen geprägt, an die viele Avenues in Paris erinnern: Iéna, d’Eylau, de Friedland… Nach der Niederlage im Russland-Feldzug dankt Napoleon 1814 ab. Er wird ins Exil auf die Insel Elba verbannt, von wo er flüchtet, nach Paris zurückkehrt und die Macht wieder zurückerobert. Heute verläuft die Route Napoléon zwischen Golfe-Juan an der Côte d’Azur und Grenoble in den Alpen entlang des Weges, den der Kaiser im März 1815 genommen hat.

Erst nach der Restauration, der Juli-Monarchie und der Zweiten Republik wird Louis-Napoléon, ein Neffe von Napoléon I., der erste vom Volk gewählte Präsident der Französischen Republik.

1852 wird Napoléon III. nach einem Staatsstreich zum Kaiser gekrönt. Vor allem mit Hilfe der Eisenbahn kurbelt er den wirtschaftlichen und industriellen Fortschritt in Frankreich an. Während Baron Haussmann Paris in eine moderne Hauptstadt verwandelt, ist Ferdinand de Lesseps in Ägypten damit beschäftigt, den Durchbruch für den Suezkanal zu schaffen. 

Unter der Fünften Republik im 20. Jahrhundert

Als Symbolfigur des Widerstands im Zweiten Weltkrieg und wichtigster Gründer der Fünften Republik hat General de Gaulle viele Jahre lang Frankreich verkörpert. Die 2008 in Colombey-les-deux-églises eingeweihte Charles-de-Gaulle-Gedenkstätte eignet sich perfekt, um mehr über die Geschichte des 20. Jahrhunderts und den General selbst zu erfahren.

Nach de Gaulles Abdankung 1969 bezieht Georges Pompidou den Elysée-Palast. Während seiner Präsidentschaft enden die „Trentes Glorieuses“ genannten Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs, und die erste Erdölkrise macht Frankreich zu schaffen. Während einer Pressekonferenz setzt Pompidou zu einer Beschreibung Frankreichs an – mit den Worten: „Gutes Essen, die Folies Bergères, die Haute Couture…“ Er unterbricht sich und fügt hinzu: „Das ist zu Ende. Frankreich befindet sich bereits mitten in einer industriellen Revolution.“ Es ist der Beginn von Airbus, Ariane, Concorde… Als großer Kunstliebhaber schafft er im Herzen von Paris eine Institution, die sich ausschließlich der modernen, zeitgenössischen Kunst widmet: das Centre Pompidou, das 1977 eröffnet und als eines der symbolträchtigsten Gebäude des 20. Jahrhunderts angesehen wird.

Auch während der beiden Amtszeiten von François Mitterrand spielt die Kultur eine große Rolle. Er ruft das Fête de la Musique (Musikfest) ins Leben, das jedes Jahr am 21. Juni stattfindet, und eröffnet mehrere bedeutende Institutionen und Gebäude in Paris, darunter das 3-D-Kino La Géode im Parc de la Villette, das Musée d'Orsay, das Institut du Monde Arabe, das Museum Grand Louvre, die Bastille-Oper, die Nationalbibliothek von Frankreich (heute Bibliothèque François Mitterrand). Mit dem Bau des Denkmals Grande Arche de la Défense und der gläsernen Pyramide im Hof des Louvre hat er auch die zeitgenössische Architektur gefördert.

Sein Nachfolger Jacques Chirac regiert in einer Zeit des Umbruchs. So wird 2002 der Franc vom Euro als Währung abgelöst. 2001, nach den Ereignissen des 11. September, unterstützt Chirac die USA im Krieg gegen Afghanistan, verweigert ein Jahr später aber die Beteiligung Frankreichs am Krieg gegen den Irak. Frankreich selbst hat unter Chirac mit gravierenden sozialen Missständen zu kämpfen, die 2005 zu schweren Unruhen in den Vororten der Großstädte führen.

Nicolas Sarkozy, der Chirac 2007 ablöst, sieht sich vor allen Dingen mit der Eurokrise konfrontiert. 2011 setzt er sich während des Arabischen Frühlings maßgeblich für den internationalen Militäreinsatz in Libyen ein.

François Hollande ist seit Mai 2012 französischer Staatspräsident. Seine Amtszeit ist bisher vor allem vom Kampf gegen die Staatsverschuldung und die Wirtschaftskrise in Frankreich geprägt. Im Frühjahr 2013 führte Hollande gegen den Widerstand konservativer Kreise die Homosexuellen-Ehe ein.