Der heilige Nikolaus

  • Der Heilige Nikolaus im Elsass

    Der Heilige Nikolaus im Elsass

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Der heilige Nikolaus Saint-Nicolas-de-Port fr

In Frankreich feiert man das Fest des heiligen Nikolaus in mehreren Regionen Nord- und Ostfrankreichs. In der Region Lothringen, deren Schutzpatron er ist, wird eine Reliquie in der Basilika von Saint-Nicolas-de-Port, einer kleinen Stadt in der Nähe von Nancy, aufbewahrt.

Der 6. Dezember, das Fest des heiligen Nikolaus, ist ein Tag, der von den Kindern in Lothringen voller Ungeduld erwartet wird... denn auch in Frankreich erhalten sie von ihm kleine Aufmerksamkeiten und Süßes. Sankt Nikolaus wird jedoch nicht, wie bei uns, vom Krampus, sondern von seinem treuen Diener Knecht Ruprecht begleitet. Im Elsass kennt man seinen Weggefährten unter dem Namen "Hans Trapp".

Geschichte des Heiligen Nikolaus

Die Geschichte beginnt in der Türkei, wo Nikolaus um 270 geboren wurde. Nach dem Tod des Bischofs von Myra wird Nikolaus als dessen von der Vorsehung auserwählter Nachfolger bestimmt. Nach seinem Tod nahmen in die Türkei gereiste Kaufleute seine Gebeine mit nach Bari in Italien.

Gegen Ende des 11. Jh. brachte Aubert de Varangéville, ein Lothringer Kreuzritter, ein Fingerglied des Heiligen nach Port, seinem an den Ufern der Meurthe gelegenen Dorfes. Eine Kirche, die heutige Basilika von Saint-Nicolas-de-Port, wurde um 1093 erbaut, um die kostbare Reliquie aufzubewahren.

Der Kult verbreitete sich rasch über die Grenzen der Region hinaus. Aufgrund der Wunder (Heilungen und Wohltaten), die man der Anwesenheit der Reliquie zuschrieb, strömten zahlreiche Pilger nach Saint-Nicolas-de-Port.

Eines dieser Wunder ist besonders bezeichnend, denn es bewirkte die Befreiung des Lothringer Ritters von Réchicourt, der während eines Kreuzzuges in einem weit entfernten Land in Gefangenschaft geriet und lange Jahre dort festgehalten wurde. Um 1230 macht sich der Landesherr von Réchicourt auf den Weg zu seiner Armee, die sich auf Kreuzzug in Palästina befand. In der Türkei angekommen, wird er von den Sarazenen gefangen genommen. Diese verlangen ein Lösegeld im Tausch für seine Freilassung, jedoch vergehen Monate, ohne dass sich jemand auf diese Forderung meldet. Einige Jahre später ist er in ganz Lothringen in Vergessenheit geraten. Der in Ketten gelegte Herr von Réchicourt richtet jedoch jeden Abend ein Gebet an den heiligen Nikolaus mit der Bitte, ihn aus seinem Gefängnis zu befreien. An einem 5. Dezember, um 1240, wird er mitten in der Nacht von der Kälte geweckt. Höchst erstaunt stellt er fest, dass er sich nicht mehr in seiner Kerkerzelle befindet, sondern vor dem Eingang der Kirche in Saint-Nicolas-de-Port, in Lothringen. Seit dieser Zeit findet jedes Jahr an dem Samstag, der dem 6. Dezember am nächsten liegt, in der Basilika von Saint-Nicolas-de-Port eine Fackelprozession statt, um dem Schutzheiligen zu danken.

Ein weiteres bedeutendes Ereignis: 1477 ernennt René II., Herzog von Lothringen, den heiligen Nikolaus - nach der gewonnenen Schlacht von Nancy und ihrer Belagerung durch die Truppen Karls des Kühnen - zum Schutzpatron von Lothringen.

Auch heute noch scheinen für das Städtchen Saint-Nicolas-de-Port Wunder wahr zu werden: Dank einer Spende von 7 Millionen Dollar in den 1930er Jahren von einer jungen, aus Saint-Nicolas-de-Port stammenden Dame, Camille Croué-Friedman, kann die prächtige Basilika wieder in vollstem Glanz erstrahlen. Diese Anekdote verdient es, näher betrachtet zu werden: Camille Croué-Friedman reiste um die Welt. 1933, bei einer ihrer Reisen, geriet das Schiff in der Nähe von Zypern durch ein furchtbares Unwetter in Seenot. Damals versprach Camille dem heiligen Nikolaus eine Spende, sollte sie das Glück haben, dieses Abenteuer lebend zu überstehen. Und so geschah es auch: Die Spenden folgten eine nach der anderen, vor allem zur Restaurierung der Basilika, die sie so bewunderte und die jahrhundertelang unter den zahlreichen Plünderungen und Bränden der aufeinanderfolgenden Eindringlinge sowie der Revolution gelitten hatte. Nach ihrem Tode wurde ihr gesamtes Vermögen testamentarisch zur Restaurierung der Basilika bestimmt.