Das Katharerland: ein episches Schicksal

  • Festung von Carcassonne (12. Jhd.)

    Festung von Carcassonne (12. Jhd.)

    © ATOUT FRANCE/Catherine Bibollet

Das Katharerland: ein episches Schicksal

Die Heldentaten der Katharer sind auf spaktakuläre Art und Weise in der wilden Landschaft des Reliefs der Corbières und des Piemont der Pyrenäen präsent.

Burgruinen mit mysteriösem Flair, liegen verstreut um Toulouse, Foix, Albi und Carcassonne. Sie veranschaulichen die bewegte Geschichte der Kreuzzüge von Albi…

Die Festungsmauern von Peyrepertuse, der Zwinger von Quéribus, die wilde Umgebung von Montségur… Diese, ausgewählten Katharerstätten (aus 40 weiteren), die einen nicht ungerührt lassen,erzählen mit einem gewissen dramaturgischen Stil die Geschichte einer gesamten katholischen Bevölkerung, die eine, für das XVIII. Jhdt üblichen religiösen und gesellschaftlichen Ausübungen, Strenge und eine beispielhafte Tugendhaftigkeit priesen. Diese Gemeinschaften wurden als « Ketzer » erbarmungslos verfolgt. Unter anderem hatten sie sich im Okzitan, zwischen dem Minervois und dem Lauragais, zwischen den Hügeln der Corbières und des pyrenäischen Piemont niedergelassen; eine Fläche die den heutigen Departements Aude, Ariège, Tarn und Pyrénées Orientales entsprechen.

Es ist die Zeit der Kreuzzüge, der "bewaffneten Pilgerreisen", die der Papst predigt. Ganze Armeen von Reitern und Söldnern wurden aufgestellt, um das gelobte Land aus dem "Joch der Muslime" zu befreien.

Im Jahre 1209 handelt es sich um einen anderen Kreuzzug, der auf die Eniwohner von Albi, (die "Perfekten" oder die Katharer - Terminus aus dem Griechischen, der "Reinheit") abzielt. Die vom Papst geleitete Strafexpedition verkündet die Inquisition. Dieser "Kreuzzug gegen Albi" richtet sich also nicht gegen alle Einwohner von Albi sondern gegen eine viel breitere Gemeinschaft.

Diese Niederschlagung wird die Feudalherren der Region spalten. Jeder wählt seine Seite: Simon von Montfort und seine Dynastie werden die Katharer verfolgen, während die Familien Trencavel und von Mirepoix sie verteidigen. Die Geschlechter der Raimond und der Grafen von Toulouse versuchen sich durch Kompromisse zu einigen, werden jedoch gezwungen, sich für die Katharer zu entscheiden.

Die Stadt Toulouse wurde von beiden kriegsführenden Seiten belagert. Erst nach der Niederschlagung der Katharer erlebte diese okzitanische Region eine Friedensperiode. Besonders der „Scheiterhaufen“ von Montségur im Jahre 1244 symbolisiert die Schrecken jener Epoche. Die Legende besagt, dass nahezu 200 Personen (mitunter adelige Familien) lieber lebendig verbrannt wurden, als ihre Religion zu verleugnen. Schließlich ist es aber der Verlust der (strategischen) Zitadelle Quéribus im Jahre 1255, der das Ende dieser tragischen Epoche signalisiert.

Die kleinen kurvigen Straßen des Departements Ariège führen zu unterschiedlichen Stellen an denen die "alten Steine" von Geschichte zeugen: einsame Dörfer, Grotten, die als Zufluchtsorte dienten, gespenstische Burgen. Die Katharer schützten sich in diesen Schluchten oder in diesen steilen Vorgebirgen, indem sie von dem unwegsamen Gelände profitierten. Man sollte aber erwähnen, dass mehrere dieser Burgen nicht nur von der Zeit der Katharer erzählen. Diese gut befestigten Orte, die früher auch "Schwindelzitadellen" genannt wurden, wurden gebaut, um die Macht einer Hochburg zu schützen. Da diese Stätten oft hoch gelegen sind, müssen Touristen meist etwas länger gehen, um dorthin zu gelangen. Thematische, mehrere Tage lange Wanderungen, sind daher bestens geeignet, um auf intime Art und Weise diese Region zu entdecken, in der noch einige Rätsel zu lösen bleiben…

Interessante Links:

Montségur, für die Aufregung...
Ein lokaler Verein erklärt Besuchern die Ruinen von Montségur, im Pays d'Olmes.

Peyrepertuse, emblematische Stätte
Die offizielle Webseite eines wichtigen Dorfes, Duilhac-sous-Peyrepertuse, zwischen Narbonne und Perpignan. Pro Jahr zieht es 100.000 Besucher an. Das Hauptanliegen dieser mittelalterliche Zitadelle, zeitweiliger Zufluchtsort der Katharer, war die Grenze zwischen den Königreichen Frankreich und Katalonien zu überwachen.

Museum des Katharismus (Musée du Catharisme), in Mazamet (Tarn)
Die Stadt Mazamet (im Süden von Albi und Castres) beherbergt das "Haus der Geschichte" (Maison des Mémoires), ein Museum das u.A. den Katharern gewidmet ist.

Das Katharerland, um Carcassonne
Dieser Verein schließt an die zwanzig Katharerstätten zusammen, wie Abteien und unzugängliche Schlösser, die in einem unsicheren Gleichgewicht auf dem Bergkamm gebaut zu sein scheinen.

Andere Katharerschlösser
Eine Website, auf der Sie mehr über die Geschichte und die Stätten der Katharer erfahren können.

Ariège: Pyrenäen- und Katharerland
Eine inoffizielle Website, die den Katharismus in der Region Ariège gut erklärt.

Aude, das Land der Katharer
Eine inoffizielle Webseite, die die touristischen Reize der Aude, zwischen Narbonne und Carcassonne, Mittelmeer und Pyrenäen oder dem schwarzen Gebirge beschreibt.

Eine dem Katharerland gewidmete Website
Diese lehrreiche Website vereint nützliche Informationen über das historische Erbe der Departements Aude und Ariège. Die Website erinnert daran, dass die Schlossruinen der Katharer und das Schicksal dieses Ordens noch viele Fragen aufwerfen.