Barrierefreies Reisen in Paris

  • © ATOUT FRANCE/Nathalie Baetens

  • © ATOUT FRANCE/JM Cras

Barrierefreies Reisen in Paris 75 Paris fr

Paris, die Stadt, die Besucher aus aller Welt ins Schwärmen geraten lässt, macht sich stark für barrierefreies Reisen. In den letzten Jahren wurden Anstrengungen in allen möglichen Bereichen (Transport, Freizeitaktivitäten, Unterkünfte, Restaurants, Museen, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen) unternommen, um Menschen mit Behinderung den Parisaufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Wer in Paris barrierefreie Angebote sucht, erkennt sie ganz leicht an dem Label "Tourisme & Handicap". Darüber hinaus bietet das Fremdenverkehrsamt zahlreiche Informationen und Serviceleistungen für Personen mit Handicap. Schließlich soll jeder den Zauber der französischen Metropole genießen können.

Transfermöglichkeiten für Behinderte von und zu den Flughäfen

Keine Frage, Fliegen ist für Menschen mit Behinderung in den letzten Jahren erheblich einfacher geworden. Nichtsdestotrotz muss man als Betroffener der Airline mindestens 48 Stunden vor Abflug seine speziellen Bedürfnisse mitteilen. Bei Ankunft an den Pariser Flughäfen Orly und Roissy-Charles-de-Gaulle gibt es dann verschiedene Möglichkeiten, ins Stadtzentrum zu gelangen.

Von Orly aus fahren der Orlybus und die Linie 1 der Air France-Busse in die Innenstadt. Beide sind hervorragend an die Bedürfnisse von Behinderten angepasst. Von Charles-de-Gaulle aus erreicht man Paris mit dem RER B (Äquivalent zur S-Bahn), allerdings ist immer eine Begleitung erforderlich.

Darüber hinaus bieten zwei Pariser Taxiunternehmen (G7 Horizon und PMR) Transfers für behinderte Menschen an. Hierzu sind speziell umgerüstete Fahrzeuge und besonders geschulte Fahrer im Einsatz, die sich auf alle Arten von Behinderungen einstellen können. Die Fahrpreise sind mit denen für "normale" Fahrten identisch, es empfiehlt sich jedoch, schon vor Abflug per Telefon oder Internet zu reservieren.

Außerdem gibt es noch weitere auf Handicaps spezialisierte Transportunternehmen wie den Anbieter Ptitcar, allerdings liegen deren Preise gewöhnlich über denen von Taxis. Auch hier sind die Fahrzeuge für den sicheren Transport von Rollstuhlfahrern umgerüstet, und auch hier sind die Fahrer auf verschiedenste Arten von Behinderungen eingestellt.

Fortbewegung in der Stadt

Die bezaubernden Ecken und Schönheiten von Paris zu entdecken, ist nicht so einfach, wenn man auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Bürgersteige sind entweder zu schmal oder zu hoch, falsch parkende Autos blockieren tiefergelegte Ein- und Ausgänge und die engen Passagen in den Metrostationen können für behinderte Fahrgäste ein echtes Hindernis sein.

Nichtsdestotrotz sollten dies kein Gründe für Behinderte sein, Paris nicht zu besuchen. Bereits seit mehr als zehn Jahren engagiert sich die Stadtverwaltung für behindertengerechte Umrüstungen von Verkehrswegen und Transportmitteln. 2010 konnten zwei große Fortschritte verzeichnet werden:

  • Die Installation von 400 neuen öffentlichen Toiletten der Marke Sanisette, die allesamt behindertengerecht ausgestattet sind
  • Die behindertengerechte Umrüstung aller 63 Linien des Pariser Stadtbusbetriebes

Zudem sind auch die Straßenbahnlinien T2 und T3, die den Pariser Süden und Westen bedienen, auf mobilitätseingeschränkte ebenso wie auf seh- und hörbehinderte Fahrgäste ausgerichtet. Selbst die so genannte Funiculaire, die Seilbahn am Montmartre, erfüllt diese Voraussetzungen.

Die Metro hingegen ist für Gehbehinderte eher nicht empfehlenswert. Lediglich die 1998 eröffnete, vollautomatische Linie 14 ist in ihrem gesamten Verlauf behindertengerecht ausgestattet.

Im Bereich der Kommunikation informiert der Dienst Infomobi in Echtzeit über die Zugänglichkeit der Verkehrsnetze, bietet Beratung für die Reiseplanung behinderter Menschen an und gibt regelmäßig für verschiedenste Arten von Behinderungen ausgearbeitete Netzpläne heraus.

Behindertengerechte Unterkünfte

Auf den Empfang von Gästen mit Behinderungen aller Art haben sich schon mehrere Hotels, Gästezimmer oder Appartmenthäuser in der Hauptstadt eingestellt. Auch wenn das Angebot trotz intensiver Bemühungen noch immer recht übersichtlich ist, tragen einige Hotels inzwischen das Label "Tourisme & Handicap", so zum Beispiel das Novotel Paris Tour Eiffel****, das Paris Marriott Champs Elysées*****, die Suite Novotel Paris Porte de Montreuil und Porte de la Chapelle und das Hôtel de Nantes**. Als behindertengerecht klassifiziert sind auch die Unterkünfte für Jugendliche Résidence internationale de Paris oder das FIAP Jean Monnet.

Andere Unterkünfte, die zwar nicht über das Label verfügen, aber dennoch für Personen mit eingeschränkter Mobilität zu empfehlen sind, sind die Hotels Apostrophe und Fabe***, die Apparthotels Adagio Paris Tour Eiffel und Adagio Paris Bercy, sowie die Citadines Paris Opéra Grands Boulevards.

Barrierefreie Restaurants

Auch ein Restaurantbesuch kann für Personen mit körperlichen Einschränkungen zum Problem werden, da die wenigsten Gaststätten auf Gäste mit Sehbehinderungen eingestellt sind und die Konversation in einem lauten Gastraum für Hörbehinderte nicht gerade ein Vergnügen ist. Und wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, hat oft auch Schwierigkeiten, überhaupt in ein Restaurant hineinzukommen.

Einige Pariser Restaurants gehen jedoch mit gutem Beispiel voran und bieten einen wirklich durchdachten Zugang an. Das Label "Tourisme & Handicap" tragen zum Beispiel die Häuser Cacio e Pepe (18, rue Vulpian, 13 arr.), das Bistro d’Hubert (41 boulevard Pasteur, 15 arr.) oder das Petit Riche. Das Café Signe geht noch einen Schritt weiter - im Service arbeiten dort nämlich selbst gehörlose Menschen.

Aber auch einige der nicht labellisierten Restaurants wie das Nobelrestaurant 58 Tour Eiffel in der ersten Etage des Eiffelturms, das Georges im Centre Pompidou oder die berühmte Brasserie Bouillon Racine sind auch für mobilitätseingeschränkte Gäste gut zugänglich.



Tourisme & Handicap – Das Label
Das nationale Label "Tourisme & Handicap" wurde 2001 ins Leben gerufen. Es ist ein zuverlässiger, vereinheitlichter, leicht verständlicher und objektiver Ratgeber über die Eignung von Freizeit- und Tourismuseinrichtungen für Behinderte. Mit dem Label ausgezeichnete Betriebe garantieren Menschen mit einer oder mehreren Behinderungen (Mobilitätseinschränkung, geistige Behinderungen, Hör- und Sehschwächen) eine maximale Autonomie. Einrichtungen, die mit dem blau-gelb-weißen Label klassifiziert sind, sind entweder an eine, zwei, drei oder vier Arten von Behinderung angepasst.

Sehenswert

In der Nähe