Anne-Sophie Pic

  • Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    © Mickael Roulier, Anne-Sophie Pic

  • Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    Wenn ich koche teile ich meine Leidenschaft

    © Eric Morin

Anne-Sophie Pic Valence fr

Eine Frau mit Geschmack und Köpfchen

Anne-Sophie Pic leitet als einzige Frau in Frankreich ein Restaurant mit drei Michelin-Sternen – und stammt obendrein aus einer renommierten Familie von Küchenchefs aus Valence im Rhône-Tal. Sie bezeichnet sich selbst ganz schlicht als "Köchin" und geht als solche bereits seit 1997 der Kochkunst nach. Ihr Stil baut darauf auf, dem Gast mit ihren Kreationen Vergnügen zu bereiten und einen Augenblick des Glücks und des Genusses zu schenken.

Was hat Sie dazu motiviert, Köchin zu werden?

Ich bin über dem elterlichen Restaurant aufgewachsen. Aber auch wenn es sehr unglaubwürdig klingen mag: Köchin zu werden, war für mich nicht die erste Wahl. Während meines Wirtschaftsstudiums hatte ich Gelegenheit, nach Paris, vor allem aber nach Japan und in die USA zu reisen. Diese Erfahrungen waren eine enorme Bereicherung für mich, doch mir wurde auch bewusst, dass mein Platz in Valence ist. Mit 23 Jahren habe ich dann meine ersten beruflichen Schritte als Köchin gemacht.

Welche Philosophie verfolgen Sie mit Ihrer Kochkunst?

Wenn ich koche, teile ich meine Leidenschaft und möchte meinen Mitmenschen Freude bereiten. Um Emotionen zu vermitteln, habe ich von Anfang an mit dem Zusammenklang verschiedener Geschmacksrichtungen gearbeitet. Man könnte sagen, dass das mein Markenzeichen ist.

Welche Rolle spielt die Tradition für Sie?

Die kulinarische Tradition ist in Frankreich sehr stark, doch wir dürfen nicht in der Vergangenheit verharren. Es ist wichtig, dass wir das, was wir haben, an zukünftige Generationen weitergeben. Zum Beispiel greife ich gerne auf bestimmte in Vergessenheit geratene Gemüsesorten zurück und integriere diese in meine Küche - jedoch nicht, ohne dem Ganzen zugleich eine modernere Note zu geben.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Diese Frage wird mir oft gestellt. Die Inspiration kommt im Lauf von Begegnungen und Reisen, beim Entdecken neuer Produkte. Wenn mir eines davon gefällt, stelle ich mir Kompositionen vor, die es ideal zur Geltung bringen könnten.

Stellen Sie sich vor, jemand kommt zum ersten Mal nach Frankreich. Welche Produkte würden Sie ihm nahelegen?

Gemüse. Frankreich – und besonders die Drôme – bringt eine große Vielfalt an Gemüsesorten hervor. Wenn ich mich für eine davon entscheiden müsste, wäre es die Rübe, die ich seit meiner frühesten Kindheit liebe. In meinem Restaurant in Valence versuche ich, bei den verschiedenen Rübensorten alle Facetten in punkto Farbe, Faserung und Geschmack herauszuarbeiten.

Was würden Sie einem Touristen raten, der in Frankreich als Feinschmecker auf seine Kosten kommen möchte?

Die Restaurants, in denen er speist, gut auszuwählen. Dafür gibt es Restaurantführer. Es ist aber auch wichtig, die Speisekarte richtig zu lesen, bevor man ein Restaurant betritt.

Erzählen Sie uns von Ihrer Heimatregion!

Es gibt Gegenden, die wunderschön zu durchreisen sind, aber in denen keine Reise das Glück aufwiegt, dort zu leben. Das trifft auf die Drôme zu, in der ich geboren bin und die ich letzten Endes nie verlassen habe.Von Nord bis Süd kenne ich dort die kleinsten Ecken. Der Norden trägt seine Komplizenschaft mit Lyon zur Schau. Der Süden erzählt vom Licht der Provence, vom Geschmack nach Sonne, von den vollmundigen, süßen Früchten des Rhônetals, den romanischen Kirchen mit ihrem strahlenden Charme, den Schlössern mit ihren mächtigen Türmen und den bedeutenden Persönlichkeiten, die dort lebten.

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