Alain Ducasse

  • Alain Ducasse

    Alain Ducasse

    © Mikael Vojinovic

  • Die Kochkunst ist eine der schönsten Ausdrucksweisen der französischen Lebensart

    Die Kochkunst ist eine der schönsten Ausdrucksweisen der französischen Lebensart

    © Atout France/Cédric Helsly

Alain Ducasse

Alain Ducasse, der Eroberer der kulinarischen Welt

Alain Ducasse stammt aus dem Departement Les Landes (Region Aquitanien). Derzeit bestitzt er weltweit über 20 Restaurants - drei davon (in Monaco, Paris und London) wurden mit je drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Von grenzenloser Neugierde getrieben lässt er sich von der Welt mit all ihrem kulturellen Reichtum und ihrer Vielfalt inspirieren. Im Restaurant Plaza Athénée in der Avenue Montaigne in Paris bringt der Chefkoch unverfälschte Geschmackskompositionen und überraschende Gerüche zu ihrer zugleich kraftvollen und subtilen Entfaltung.

Wie würden Sie Ihren Beruf beschreiben?

Kochen bedeutet, sich anzustrengen, um seinen Mitmenschen einen schönen Moment zu bereiten. Alles zählt - nicht nur der Teller selbst, sondern alles, was sich rund um den Teller befindet. Vom Lächeln am Empfang über die Dekoration bis hin zur Kunst der Tischgestaltung. Es kommt darauf an, ein harmonisches Ganzes zu schaffen, damit die Mahlzeit in Erinnerung bleibt.

Welche Philosophie verfolgen Sie mit Ihrer Kochkunst?

Ich sehe mich als Vermittler zwischen der Natur und dem Gast. Die Natur liefert als Grundlage ihre Produkte - und die Aufgabe des Kochs ist es, den Eigengeschmack dieser Produkte perfekt zur Geltung zu bringen.

Welche Werte pflegen Sie in Ihrem Unternehmen?

Die Kochkunst ist eine der schönsten Ausdrucksweisen der französischen Lebensart. Diese Tradition muss man am Leben erhalten und verhindern, dass sie irgendwann nur noch im Museum existiert. Wir müssen weiterhin auf Qualität setzen, dürfen gleichzeitig aber auch nicht davor zurückschrecken, neue Wege zu beschreiten.

Welche Entwicklungen kommen im kulinarischen Bereich in den nächsten Jahren auf uns zu?

Die Kochkunst wird in ihrer Entwicklung die Veränderungen in der Welt widerspiegeln. Zwei dieser Veränderungen beeinflussen unseren Beruf meiner Meinung nach direkt. Eine davon ist die Rolle Brasiliens, das zu seinen kulinarischen Wurzeln und zu seiner Tradition zurückfindet. Und die andere ist die Bedeutung der Umwelt – die Tatsache, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind.

Welches ist Ihr Marken-Gericht?

Der „Cookpot“. Dieses Rezept ist typisch für die heutige Zeit, denn der „Cookpot“ ist sowohl ein globales als auch ein lokales Gericht. Sieben Gemüsesorten der Saison werden schonend in einem Schmortopf  zubereitet, den ich speziell dafür habe entwickeln lassen. Dieses Gericht wird allen Kulturen gerecht, weil man immer auf regionale Gemüsesorten zurückgreift.

Welches sind die Schlüsselprodukte der Mittelmeerregion?

Gemüse, Früchte, Getreidesorten und Fisch aus dem Mittelmeer. Selbst wenn der Fisch nicht ausschließlich im Mittelmeer vorkommt, so hat er hier doch einen unverwechselbaren Geschmack, in dem sich die Sonne und das Mittelmeerklima widerspiegeln.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Ich lasse mich von der Lebensart meiner Zeitgenossen inspirieren. An der Riviera praktiziere ich die Kochkunst der Mittelmeerregion. Aber in Paris praktiziere ich alle Varianten der Pariser Küche – von der Haute Cuisine bis zum Bistro-Imbiss. Und ich lasse mich auch von der kulinarischen Tradition in Osaka oder in New York inspirieren.

Stellen Sie sich vor, jemand kommt zum ersten Mal nach Frankreich. Welche Spezialitäten oder Produkte würden Sie ihm nahelegen?

Ich würde diese Person vor allem beruhigen und überraschen wollen. Beruhigen, indem ich ihr zeige, dass ein Essen in einem französischen Restaurant nichts Einschüchterndes an sich hat. Und überraschen, indem ich ihr die enorme Vielfalt, Dynamik und Kreativität der heutigen französischen Küche zeige.

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