Hotspot im Indischen Ozean

Published on 12 Januar 2015
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Hotspot im Indischen Ozean re

Vulkanausbrüche gehören zu den kraftvollsten Naturphänomenen die unsere Erde zu bieten hat. Trotz seiner Aktivität ist der Piton de la Fournaise im Südosten der Insel La Réunion vollkommen ungefährlich, denn er steht unter ständiger Beobachtung vom vulkanologischen Observatorium. Ein Ausbruch ist gut vorhersehbar und kommt durchschnittlich einmal im Jahr vor. Dann entleert sich das Magma schnell und ruhig auf direktem Wege ins Meer. Da es sich um einen effusiven Vulkan hawaiianischer Art handelt, gibt es keine Explosionen und Aschewolken. Das Naturschauspiel ist für Einheimische und Besucher ein absoluter Höhepunkt, den viele mit der Kamera festhalten.

Nach nunmehr drei Jahren Ruhezeit fand die letzte kleinere Eruption am Gipfelkrater des Piton de la Fournaise gerade erst im Juni 2014 statt. Während 24 Stunden machte der Glutofen, so die deutsche Übersetzung von La Fournaise, seinem Namen alle Ehre. Seit November letzten Jahres werden wieder zunehmend Regungen im Inneren des Vulkans registriert, die auf einen erneuten Ausbruch in naher Zukunft hinweisen. Die Website fournaise.info versorgt Urlauber seit kurzem auch in deutscher Sprache mit den wichtigsten Informationen.

Das Erklimmen des Hauptkraters ist der Höhepunkt einer Vulkantour. Geübte Wanderer sollten ab dem Aussichtspunkt Pas de Bellecombe für Hin- und Rückweg insgesamt fünf Stunden Gehzeit einplanen. Mit dem Auto geht es zuerst entlang der Vulkanstraße ab Bourg-Murat bis zum Parkplatz am Aussichtspunkt. Das erste Wegstück in die Kaldera und zum kleinen Nebenkrater "Formica Léo" ist in nur 45 Minuten über einen treppenähnlichen Pfad zurückzulegen. Aber schon die Anfahrt zum Vulkan ist spektakulär. Eben noch grüne Wiesen, wird die Vegetation immer spärlicher bis die typische Mondlandschaft der Sandebene "Plaine des Sables" vor einem liegt. Die Landschaften und Aussichtspunkte rund um den Piton de la Fournaise lassen sich am besten am frühen Morgen erleben. Erfahrungsgemäß ziehen spätestens um 11 Uhr aus östlicher Richtung Wolken auf, die einem innerhalb von Minuten die Sicht nehmen können. Für Wanderer wurden aus diesem Grund innerhalb der Kaldera weiße Punkte angelegt, die die Richtung weißen. Es wird empfohlen, sich in jedem Fall an diese Orientierung zu halten.

Der Abschnitt, an dem die Lava in das Meer fließt, wird "Le Grand Brûlé" genannt (dt. "das große Verbrannte") und ist ein sehr beliebter Stopp bei Mietwagenrundreisen, denn noch heute erkennt man hier die verschiedenen erkalteten Lavaströme der vergangenen Jahre. Einen besonderen Eindruck hinterließ der Vulkan am nördlichen Ende dieses Abschnittes, im Dorf Piton-Sainte-Rose. Hier steht eine kleine Kirche, die 1977 fast von einem Lavastrom erfasst und zerstört wurde. Die heiße Lava drang durch das Portal in die Kirche ein, und kam mitten im Kirchenschiff zum Stehen – Ein Wunder! Das kann noch heute so besichtigt werden. Seit diesem Tag heißt die Kirche Notre-Dame-des-Laves und gehört nicht nur zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Vulkaninsel sondern ist auch Ziel zahlreicher Gläubiger.

Fun Fact: Wenn der Vulkan aktiv wird, sagt man im Kreolischen: "Le volcan i pet!" ("Der Vulkan furzt!")

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