Höhle von Chauvet-Pont d'Arc wird UNESCO-Welterbe

Published on 01 Juli 2014
  • Abbildungen von Pferden in der Höhle von Chauvet

    Abbildungen von Pferden in der Höhle von Chauvet

    © Jean Clottes / Centre national de la préhistoire

  • Löwen bei der Jagd

    Löwen bei der Jagd

    © DRAC Rhône-Alpes - Ministère de la Culture et de la Communication

  • Abdruck einer menschlichen Hand mit rotem Ocker

    Abdruck einer menschlichen Hand mit rotem Ocker

    © DRAC Rhône-Alpes - Ministère de la Culture et de la Communication

  • Die große Malerei im hinteren Teil der Höhle

    Die große Malerei im hinteren Teil der Höhle

    © Jean Clottes / Centre national de la préhistoire

Höhle von Chauvet-Pont d'Arc wird UNESCO-Welterbe 6 Cours du Palais 07000 Privas fr

Die mit Höhlenmalereien geschmückte Höhle von Pont-d'Arc, oft einfach Grotte Chauvet genannt, wurde am 22. Juni 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die Höhle in Südfrankreich enthält die zum jetzigen Zeitpunkt ältesten bekannten Höhlenmalereien. 

Höhle von Pont-d'Arc

Die Höhle von immensen Ausmaßen liegt 25 Meter unter einem Kalksteinplateau und befindet sich in der Ardèche (Region Rhône-Alpes). Mit ihren gut erhaltenen, einzigartigen Höhlenmalereien beherbergt sie Zeugnisse längst vergangener Tage.

"Die archäologischen, paläontologischen und künstlerischen Relikte der Höhle zeugen wie keine andere Höhle aus der Altsteinzeit von der Bedeutung der Höhlen für kulturelle und rituelle Zwecke", hebt die UNESCO hervor.

Die Höhle blieb nach einem Erdrutsch etwa 23.000 Jahre lang verschlossen und wurde erst am 18. Dezember 1994 von drei Höhlenforschern (Jean-Marie Chauvet, Christian Hillaire und Eliette Brunel) wiederentdeckt. Sie enhält mehr als 1000 Zeichnungen, die in der Altsteinzeit (vor ca. 36.000 Jahren) entstanden und ein "herausragendes Beispiel für das erste künstlerische Schaffen des Menschen" darstellen.

Bei den Höhlenmalereien handelt es sich um die "ältesten bis dato bekannten bildlichen Darstellungen", so das Entscheidungskomitee der UNESCO weiter.

Die Malereien auf Stein sind Werke von Frauen und Männern der Aurignacien-Kultur (vor ca. 40.000-31.000 Jahren). Insgesamt wurden 435 Bilder gefunden, die 14 Spezien zeigen, darunter Bären, Nashörner, Löwen, Panther und Bisons.

Künstlerische Qualität

An den Wänden findet man ebenso Abdrücke menschlicher Hände (Positiv- sowie Negativ-Abdruck) sowie Darstellungen von Frauen und, am Ende der Höhle, das außergewöhnliche Bild eines weiblichen Unterkörpers neben einem Bison.

Das Komitee der UNESCO enthüllt außerdem die "künstlerische Qualität" der Malereien: "die gekonnte Verwendung von Farben, die Vermischung von Malerei und Gravur, die Genauigkeit der anatomischen Abbildungen und die Fertigkeit, eine Vorstellung von Größenverhältnissen und Bewegungen zu vermitteln".

Am Boden finden sich echte Spuren von Bärenpfoten, deren Größe zweimal so groß ist wie die einer menschlichen Hand, sowie zahllose Gebeine der wilden Tiere, die hier überwinterten.

Außergewöhnlich gut erhalten

Die Höhle gilt als erstaunlich gut erhalten und ist zugleich größer als die französische Höhle von Lascaux (deren Werke vor 17.000 oder 18.000 Jahren entstanden). Sie besteht aus mehreren Hallen und Galerien auf etwa 800 m Länge und 18 m Höhe.

Strenge Schutzmaßnahmen zur Prävention, wie etwa Zutrittsbeschränkungen, ermöglichten, den Zustand der Höhle bei ihrer Auffindung nahezu unverändert zu erhalten. Im Gegensatz zu der Höhle von Lascaux (die 1940 entdeckt wurde und deren Werke in der Nachkriegszeit durch die Ausatmung von CO2 durch Besucher in Mitleidenschaft gezogen wurden) war die Chauvet-Höhle niemals öffentlich zugänglich. 

Caverne du Pont-d'Arc

Diese Höhle liegt in der Nähe einer berühmten natürlichen Brücke, die man als "Tor zu den Schluchten der Ardèche" bezeichnet - der Pont d'Arc. Hier, einige Kilometer vom Original entfernt, kann man hier eine exakte Kopie der Chauvet-Höhle mit dem Namen "Caverne du Pont-d'Arc" bewundern. 

Für dieses unvergleichliche Projekt arbeiten Maler, Bildhauer, Architekturbüros, Bühnenbildner und Bau-Giganten zusammen, um auf 3500 m² im originalgetreuen Maßstab die echte Höhle nachzubauen.

Diese außergewöhnliche Nachbildung der Höhle von Chauvet öffnet im Frühjahr 2015 ihre Pforten.

 

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